Senryu #1
Die Zeit schlägt Wellen
Ich setz Segel in den Sturm
Das Festland kentert
– Morphea –
– Mühsam
lernte ich mit euch die Schritte,
die uns gemeinsam
in den Untergang führen werden.
Meine Fantasie
wurde zu einer Fabrik
für Albträume
- ein atmendes
Atom-U-Boot
in ständiger
Alarmbereitschaft.
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Eure
W E I T E
macht
mein Denken
eng.
So eng,
dass ich
mich
sel
bst
ka
um
me
hr
ve
rs
te
h
e
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Vergessene Erkenntnisse
auf zerrissenen Schmierzetteln,
die im Staubsaugerbeutel
meiner Erinnerung landeten:
Ich weiß noch,
dass ich mich bunt
oder zumindest grau fühlte,
doch an der Garderobe
gaben sie nur
einheitlich schwarze
oder weiße Kleidung raus.
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Nun stehe ich
Fahne schwenkend
am Bahnhof,
Kausalitäter und
-opfer gleichzeitig,
und winke schluchzend
meinem Verstand hinterher,
wie er gerade
mit dem letzten Zug
Richtung Front abfährt.
– klaatu –
– Zwischen Nelken, Veilchen, Rosen
sitze ich mit Kopfverband,
hinter mir die Düngerdosen,
hier in meinem Blumenstand.
Heute früh – mein lieber Schieber! –
fiel der Terrakottatopf,
aus der Blumenampel über
mir, auf meinen Hinterkopf.
Dass die Veilchen, Rosen, Nelken
nun in meinem Blumenstand
demzufolge nicht verwelken,
halt ich durch mit Kopfverband
und sinniere schon seit Stunden,
grüble hin und grüble her,
akkurat den Kopf verbunden,
was denn jetzt das Beste wär
für die Rosen, Nelken, Veilchen.
Aktueller Zwischenstand:
Heute bleib ich noch ein Weilchen,
morgen kommt dann Ferdinand.
– Rudolf Anton Fichtl –