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Juli 22, 2026



Stille



– Höchst behäbig naht der Morgen.
Grauer Himmel, tief und schwer,
hält das Licht im Dunst verborgen,
duldet keine Gegenwehr.

Von dem Dach der Silberlinde
kugelt sich der Samen Flut,
tollt noch mit dem letzten Winde,
bis ein jedes Blättchen ruht.

Stille liegt vor meinem Fenster,
zart durchwirkt mit Wiesenduft.
Sie erstickt die Traumgespenster.
und gibt meiner Seele Luft.

Bald schon ruft die frühe Meise
ihren Liebsten zärtlich heim.
Wohlig kühlend, plätscherleise,
regnet sich der Morgen ein.



– Andrea M. Fruehauf –



Juli 14, 2026



Stille



 – die mich an das lautlose Anlanden der Wellen erinnert

Nur hier und da die Erinnerung an Regentropfen

die auf dem Asphalt tanzen und die Blätter zum Klingen bringen

Ich blicke auf eine Landschaft, die weder von Gegenwart

noch von Vergangenheit bewohnt ist

Alles ruht


Grabesstill



– Otto Lenk –



Mai 12, 2024



heben und senken



– nur kurz heute
hob sich
die nebeldecke
der sonne entgegen
gab mir die ahnung
von wärme
auf kühlem laub
und die sicht auf
bewaldete bergrücken
verwandelte krähen
von rufen zu schatten
bevor sie sich senkte
und mit ihr
die stille kam



– Claudia Neubacher –