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Juli 09, 2026



Eine lyrische Reise

durch Portugal






Bei einem Gang durch Lissabons Altstadt fällt uns alles Prächtige sofort ins Auge, während sich die unscheinbaren Dinge eher nur dem aufmerksamen Betrachter darbieten. Dabei hätten uns eigentlich jede Gasse, jedes Haus und sogar jeder Stein eine Menge aus ihrem zuweilen bereits Jahrhunderte zählenden Dasein zu berichten. Lesen und lauschen wir mal etwas genauer …



Die Türen der Altstadt



 – sind recht eigenwillige Literaten

dösen am liebsten in der Sonne vor sich hin als

ihre Zeit zu vergeuden, mit rastlosen Banausen!

dabei würden ihre Werke ganze Bibliotheken füllen


seht nur diese hier zum Beispiel

schrieb gewiss ein Bühnenstück über die Kabale 

der Seidensticker und Silberschmiede und das

herzzerreißende Ende von José und Maria, so hießen 

in den Gassen damals Romeo und Julia 


andere, weit offener, entzücken dich sogleich mit 

einer Probe ihrer Kunst: in Topf und Vase eine Ode auf 

den Sommer, Villanellen im Duett von Weiß und Blau, 

der Prolog eines Schauerromans, die Ballade einer

Waschfrau und schließlich noch der Teil jener Fabel 

wo der Kater vor der Katze Reißaus nimmt


traurig anzuschauen die bereits Erblindeten,

so rissig und vergilbt nicht bloß die Haut, selbst jede Seite 

der Komödien und Tragödien, doch hältst du inne 

einen Augenblick und lauschst, hörst du ihr Flüstern 

über Liebe, Leid, den Strom und eine Nacht im Feuersturm(?)


was es auch immer war, du schlenderst weiter



– Dirk Tilsner –


https://lyrischereiseportugal.wordpress.com/