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April 16, 2026

 


Kuckuck …



 – Ein Tagblatt titelt: «Liebe Leser

an Elbe, Mosel, Rhein und Weser!

Der Lenz beginnt nun seinen Lauf.

Wir fordern euch zum Dichten auf:


Vier Zeilen schickt uns, reimgebunden,

die schnörkellos und unumwunden

dem Kuckuck zugeeignet seien

und seinem heuer ersten Schreien.


Ergreift die Chance gleich beim Schopf!

Dem Sieger winkt ein Blumentopf.»

Die Resonanz, sie war gewaltig,

das Resultat recht vielgestaltig.


Nach angemessen kurzer Zeit

war jene Redaktion bereit

(obschon mit leichtem Wimpernzucken),

die folgenden «Top 5» zu drucken:


«Der Buntspecht lässt sein Ticktock hören,

die Meise singt ihr Zizidäh,

der Zeisig zwitschert in den Föhren,

doch ohne Kuckuck fehlt der Schmäh!»


*


«Ich blas auf meiner Klarinette

mit jedem Kuckuck um die Wette.

Wie hüpft beim Klang der kleinen Terz

mein altes Vogelfreunde-Herz!»


*


«So mancher kleinkarierte Motzer

beschimpft ihn wohl als Brutschmarotzer,

doch alle Schmähungen erlahmen,

ruft uns der Kuckuck seinen Namen!»


*


«Was treibt mich an, mich aufzurappeln

zum Wandern unter grünen Pappeln,

beschnürschuht und spazierbestockt?

Es ist der Kuckuck, der mich lockt!»


*


«Der Hund liegt träge hinterm Ofen.

Ihn lockt kein Frühlingslied zum Schwofen,

weil so ein Lied erst richtig groovt,

wenn mittendrin der Kuckuck ruft!»


*


Darunter, etwas eingerückt,

stand, durch kursive Schrift geschmückt:

«Wir danken allen für ihr Streben.

Es wird kein erster Preis vergeben.»



– Cornelius –