Posts mit dem Label Morphea werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Morphea werden angezeigt. Alle Posts anzeigen



die letzten 

Gernerationierenden



ein mehrgewichtiger Orange Moon glänzt ziemlich narzisstisch
auf laktosebefreite links- und rechtsdrehende Joghurtkulturen
twiXernd hüpfen sie regenverbogen ins MetaLand

stellen sich queer und atmen verlogene Freiheit
sie influenzieren und podcastisieren sich tumb
haben die Wahl zwischen Lippen, Brust- und Po-Pimping

im TikTok–Takt marschieren sie mit oder ohne ADHS
nach Untopia. In eine verlorene geile Zukunfts-KI
einheitlich und Hand in Hand in den Gehirnuntergang 



 – Morphea –



 


the big tiny 



– Nachts fallen Sterne ins Meer 

weiß nicht wer sie wirft, wer sie fängt 

und dass es mich meerwärts drängt 

gezeitenlängs, die Nacht wiegt schwer 


Bin ich die, die wartend am Saum 

sich in den Elementen fand 

treibendes Zeitgut verloren im Sand 

zerriebener Sterne – im Zwischenraum 



– Morphea –



 


Frozean




 – tief unter dem Eis der Gezeiten

mischt sich ein träges, schweres Meer

mit leisen winterblauen Klängen


vibriert ein unbestimmtes Sirren

aus kristallinem Schwingen

in feinstgefrorenen Gesängen


die Nacht vermischt ihr Dunkelblau

mit Tausendsterngebilden

die südwärts sich zum Sterben neigen


der Mond flaniert am Horizont

umhüllt vom Halofrostgewande

Und ich: Ich atme Schweigen



 – Morphea –






Friesisch herb 



 – Der Ostwind scheitelt streng von links
Legt Dauerwellen übers Meer
Die Jollen wippen aufgeregt
Und Wolken jagen regenschwer

Die Brandung schäumt derweil vor Wut
Der Leuchtturm lächelt Licht ins Weit
Das sich an Horizonten bricht
Im Möwenland und durch die Zeit

Der mondgezognen Wasserwelt.
Ich bin der gelbe Fleck im Bild
Im Grau aus Wolkenmeer und Gischt.
Bis  Dunkelheit darüberwischt.


– Morphea –




 Haukes Land 



– wenn Nacht sich über Deiche legt
wo grade noch im Lichtgewand
ein Himmel tausend Farben trug 
und schleichend mit der Zeit verschwand 

die Stille summt, mit ihr der Wind 
der nicht mehr durch die Gräser streift 
die Schafe wandern dämmerwärts 
bis Dunkelheit nach ihnen greift 


– Morphea –


 


Mr. Bluemoon



 – Der olle Mond ist angenagt
er wandert einsam über'n Deich 
verfolgt von Flut und Meeresgischt 

und ob er lacht? ich weiß es nicht! 


Sirenen singen Meerschaumlieder 

sie stranden flutwärts mit dem Wind 

und Wolken fetzen sich im Licht 

Herr Mond hat heute Himmelsschicht. 



 – Morphea –





Kastanienherbst



ich spür das Sterben in den Dingen

die dort fallen. Und im Weitergeh'n

durch dunkle Zeit, durch die Alleen

blick ich in jene Schöpfungskronen

seh Sterne die aus Bäumen regnen

aus jenem Drehen dieser Welt

ist neben mir – gerade jetzt –

ein Stern auf dem Asphalt zerschellt



 – Morphea –



 


die Zeit gab uns 

Spiegel der Zukunft 



– den Sommer habe ich mir längst 

aus dem Haar gekämmt und 

dem Sturm meine Locken geopfert/ 

dem Leben das Blond 


Ich lese das Buch der Zeiten davor 

laufe Wege die sich vor mir teilen/ 

der Horizont ist nicht weitab 

schau' ihm soeben in die Augen 



 – Morphea –


 


Klecks im Meer



die Luft sie flirrt und irgendwer

hat rote Farben angemischt

mit Blau aus nordgeneigtem Meer

und über’s Morgenland gewischt


gen Westen zieht ein lila Band

legt sich auf Leinwand-Schafe

verwirkt sich mit dem Abendland

ins Dunkelblau - zum Schlafe



 – Morphea –



 


Impressionen eines Sommers 



– Der Saft des ausgepressten Lebens einer Apfelsine 

Tropft auf das H2O das im liquiden Aggregat
In glasumhüllter Leere wartet um sich zu verbinden 
Und einen letzten Weg in meinen Mund zu finden 


Die Füße laufen quicklebendig und recht froh 

Ins Meer und trennen fleißig Molekülstrukturen. 

Milliarden Jahre drängen sich durch alle Zehen 

Die Gischt aus Zeit mir ins geleerte Glas zu wehen. 



– Morphea – 






Bilddynamik



– in diesem Bild

aus Untergangssonne

am Meer

radelt ein Mensch 

nur solange durch die Idylle

bis

er aus dem Rahmen fällt



– Morphea –





Nordish by nature 



 – am Morgen zogen rotmelierte Streifen 

und ostwärts hob sich Sonne aus der Flut 

das Licht des Tages folgte einer kurzen Glut 

ein letztes Mal nach diesem Meer zu greifen 


den Augen bietet sich ein Möwentreiben 

als würden sie im heißen Wind der Sonne 

mit ihren Schnäbeln ungestümer Wonne 

den Tag verschiebend sich an Wolken reiben 


die Nacht changiert im Lichtermeer aus Strahlen 

und Venus folgt der Scheinbarkeit der Welt 

die langsam in der Dunkelheit zerfällt 


sie würde mit der Nacht den Mond bezahlen 

als Morgenstern sich in den Himmel malen 

die Möwen haben einen neuen Tag bestellt 



– Morphea –



 


Senryu #1 



Die Zeit schlägt Wellen 

Ich setz Segel in den Sturm 

Das Festland kentert 



– Morphea –



 handmade by life 



 – Der Wind riss nur die Decke auf 

Und spielte mit dem Fetzen Mond 

Die aufgestickte Sonne schien 

Die Nacht wich wie gewohnt. 


Sekundenmaschen häkeln Zeit 

Am Nachtsaum wartet schon der Tod 

Und während ich die Fäden zieh 

Färbt sich die Decke abendrot. 



– Morphea –



 


voll bio logisch



 – Nachdem du die «Vergissmeinnicht»

die ich nur für dich in Nachbars Garten klaute 

rücksichtslos im Müll entsorgt hast


versuche ich ungeduldig

eine Arschlochpflanze zu züchten

die deinen Namen tragen wird.



– Morphea –