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Dezember 24, 2025



An alle Gindor


– hören >>



 – Hörd ma her, ihr Gudn! Balde

gommd dor Ohmd, vielleichd o Schnee,

und, ihr wissd schon, ooch dor alde

Schliddenfahrer mid seim Reh!

 

Wenn ihr dann noch Drauerflore

undern Fingernäscheln habd,

gelbe Zähne, feddsche Hoore,

haud der Gerl glei wiedor ab!

 

Wolld ihr dos?! Isch gloob ma, geener!

Also – huppmer nei ins Bad!

Zieh ni so ne Gusche, Gleener!

Hasde Angsd, dir fälld was ab?

 

Nee? Dann los, zor erschdn Rundn -

Duschn, jaaa, mit Seefe, Glaus!

Drigg ma uff da ohm un undn!

Und de Soggn ziehd mor aus!

 

Nu de Näschsdn – Ruhd un Baula!

Ooch Schneewiddschn wäschd de Fieß!

Alles einschmiern, Boobs, Gesichde –

Rosa Duschbad is ni sieß!

 

Hald! Glei noch de Lauschor budzn,

falls dor Rubrechd gaggern dud,

Nase grämn, Bony schdudzn …

So, ihr Liebn, jedz is gud.

 

Ach, wie glänsd ihr! Eene Wonne!

Habd sogar Barfiem genomm!

Jedz freud sich sogor de Sonne!

Weihnachdsmann, nu gannsde gomm.



 – Andrea M. Fruehauf – 



August 17, 2025



Mein lieber Schwan



 – Einst hat ein Schwan,
mit noch nem Schwan
so ganz profan,
zwecks Heiratsplan,
ne edle Schwänin aufgetan.

Wolf-Christian,
der erste Schwan,
beherzt, urban,
fraß meist vegan
und mimte gern den Dorfgalan.

Der zweite Schwan,
Sebastian,
ein Grobian
und kleptoman,
stank morgens ewig nach Methan.

Wie im Roman
schwang jeder Schwan
nun simultan
wie hydroplan
am noblen Teich sein Balzorgan.

Die Schwänin, ahn-
voll angetan
von Christian,
dem Don Juan,
errötete am Schnabelzahn,

und mit Elan
schrie sie sopran
Sebastian,
dem Schlingelschwan,
ihr Machtwort vor die Hörmembran:

Mein lieber Schwan,
stinkst du nach Tran!
Und willst du ran,
du Pelikan,
so stell dich bei den Enten an!



– Andrea M. Fruehauf –


Mai 27, 2025

 


Ein Abschied



 – Euer Kram kann mir gestohlen bleiben,

lang schon frage ich mich, was das soll.

Niese ich, verlangts mich zu beschreiben,

was da läuft! Ich hab die Schnauze voll!

 

Tränenreiche Tage, ewig Flüche,

Berge von Papier im Wertstoffhof,

Verse auf dem Wachstuch in der Küche 

sagen mir: Hör auf, du bist zu doof.

 

Himmelreiche sind des Menschen Wille –

mir reicht dafür schon des Nachbars Feld.

Mittenmang von Klatschmohn und Kamille

kann ich Ich sein, frei und doch ein Held.



– Andrea M. Fruehauf –





Mai 14, 2025

 


Vonnem Sporschl


– hören >>


Oma schimpfde frieor immor:

Mädl! Schäl dn Schporschl dinnor!

Un, de Schaln, die mussde waschn!

Du du ja nüschd vorhär naschn,

kochn muss das Zeusch, das deure,

allweil roh hads blaue Säure!

 

Schbäder dad dann unsre Muddor

Schnidzl broden, mid viel Buddor.

Vader, schonn in Filzbandoffeln,

schmiss nor Salz off de Gardoffeln -

Ferdisch war das Sonndachsessen.

Aaach, das wersch wo nie vorgessn.

 

Nur de Schaln warn noch am Kochn,

wie als wärs ä Rindorknochn.

Das entwässord ohne Schwidzn!

dadn Omas Oochn blidzn:

Vonnem Mund voll Sporschlbriehe

seechsde wie ne Herde Giehe.



 – Andrea M. Fruehauf –




April 27, 2025

 


Gewiss



 – Wenn die Anne

volle Kanne

angestaubte Schlager pfeift

und der Werner

noch viel gerner

mopsfidel in Popos kneift,

dann ist eines ganz gewiss,

dass mal wieder Frühling is.



– Andrea M. Fruehauf –



April 19, 2025



Von einem Hasen



 – der Dichterin zuhören >>



Morgens, lange vor halb sieben,

rennt er wie vom Fuchs getrieben
in den warmen Hühnerstall,
wo die fleißigen und braven
Lakenfelder Mädels schlafen,

kriecht mit langen hängebangen
Ohren unter Kleckerstangen
hin zu jenem Separé,
um sich dorten bei den Glucken,
die da schon seit Tagen hucken,

vorsichtiglich anzuschleichen,
schnellstens Beute einzustreichen
und behänd vom Hof zu fliehn.
Doch die Berta, halb benommen,
sieht das braune Etwas kommen,

und schon schreit sie: «Stillgestanden!
Nie kam mir ein Ei abhanden!
Auch zu Ostern nicht, du Aas!»
Puterrot und sehr erschrocken
dreht der Dieb sich auf den Socken

um, rennt los; er beugt den Nacken
vor den Schnabelspitzattacken
der erbosten Weiberschar,
schafft die Spieß- und Rutengasse
endlich, flieht dann in die Sasse,

wo er sich von ganzem Herzen,
ohne Eier, doch mit Schmerzen,
fluchend in den Schlummer weint.
So geläutert kniet er bieder
später vor dem Weibe nieder:

«Niemals wieder werd ich Hennen
Eier klauen, wenn sie pennen!
Ich seh ein: Das macht man nicht.
Ostern und das ganze Treiben
können mir gestohlen bleiben!
Ja! Ich hab gekündiglicht!»



 – Andrea M. Fruehauf – 


April 13, 2025



Warte



 – Warte

Wölkchen

Nimm mich mit

Wär dir keine Last

Federleise

Trügst du mich

Ohne Ruh und Rast

Dass wir segeln

Mit dem Wind

Über unser Meer

Und zum Regnen

Gäb ich gar

Meine Tränen her



 – Andrea M. Fruehauf –



März 12, 2025

 


Saharasand



Gerad, als man Saharasand

in Tini B's Samara fand,

erhob sich wie von Zauberhand

ein gelbes Stückle Theraband

und flog zum Niagararand,

wo einsam ein Ferrari stand,

in dem sich Jan mit Tini wand,

schlang sich um die Revolverhand

von John (dem mit dem Sonnenbrand)

und schnippste sie mit Sachverstand

nach vorn, zurück und umanand,

bis dass der Schuft im Schwarzgewand

krakeelend in der Schlucht verschwand.



 – Andrea M. Fruehauf –





März 08, 2025



Unterwegs



– Der Tod ist heute wundersamer Laune.

Er schreitet summend über warme Hügel,

Am Hut ein Sträußchen flüsternder Alraune,

Verdreht sich kurz vor eines Steines Spiegel

Und putzt verschmitzt mit munterem Geraune

Dem nächsten Engel einfach so die Flügel.


Des Nächtens hielt er Ernte, welche Wonne!

Er schnitt und mähte, löschte ein paar Kerzen,

Vergatterte die beinerne Kolonne

Wie aufgeräumt, um hie und da zu scherzen.

Er fächelt sich ein Wölkchen vor die Sonne

Und ruht ein wenig, pflegt die alten Schmerzen.


Zum Abschied winkt er einmal noch den Linden.

Sie rauschen leise, ohne je zu klagen,

Und sehen ihn im nahen Wald verschwinden.

Schon bald ertönt sein emsig lautes Schlagen.

Er eilt sich, um aufs Neue zu befinden

Und lässt den Wind die Kunde weiter tragen.



– Andrea M. Fruehauf –