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 Naturell



Bin ein Alpharüde

mit nem dicken Fell

arbeite rigide

sauber und reell

habe Attitüde

bin gewieft und hell

immer grundsolide

und besonders schnell

müde



 – Didi.Costaire – 





 Lieber nicht hinterhertrotteln!


(Groteske zum Thema Wege)


 – Der Kauboy Fritze Hammerzeh,

ein Typ von vorvorgestern,

entspricht dem Männlichkeitsklischee

und steht auf Wilde Western.

 

So streift er ödes Weideland,

das Rindvieh dort macht Muh.

Bereit zu einer Tat mit Schand

spielt Fritze Blondekuh.

 

Er stößt mit Macht und zwar ins Horn,

die Büchse ist geladen.

Der Fritze wähnt sich wieder vorn

und latscht in einen Fladen.

 

Aus Fritze wird mithin ein Streiter,

der Spuren hinterlässt.

Drum geht er strammen Schrittes weiter,

die Scheiße tritt sich fest.



 – Didi.Costaire –



 


Reim dich!



 – Fiel dereinst ein guter Reim

eim nicht ein, so war es eim

eher peinlich und das Schreim

jener Verse ließ man bleim.

 

Heute intressiert das kaum.

Viele stümpern rum und glaum,

alles könn sie sich erlaum,

auch die Leser anzupflaum.

 

Manche texten anonym,

wollen überhaupt nicht ühm

und sie fischen bloß im Trühm,

während sie sich selber rühm.

 

Andre streben brav nach Ruhm

und sind keine bösen Buhm,

doch mit Zeilen voller Blum

schaffen sie's nicht mal postum.

 

Wären sie nicht zu bequem,

hätten sie noch weitre Them

wie den Kampf ums Überlehm

und sie könnten Hoffnung gehm.

 

Lyrik wirkt mitunter lahm.

Wenige Poeten ham

wahrlich ganz besondre Gahm

und die finden dann den Rahm.

 

Rissen Reimer sich am Riem,

hätten sie vom Liem geschriem,

und in Strophe Nummro Siem

was, das schmeckt nach ihr und ihm.

 

Wege führen zwar gen Rom,

selten allerdings nach ohm.

Einige sind abgehohm,

weil die Freunde alles lohm.

 

Dichter mögen gerne träum.

Wenn sie sich indessen sträum,

sich dagegen aufzubäum,

werden sie den Tag versäum.



 – Didi.Costaire –




 


Jésus à jour III

 


Lebte Jesus jetzt und hier,

wäre Kirche nicht sein Bier,

doch von Rio bis nach Mailand

kennte jeder diesen Heiland,

denn er würde über Grenzen

internettend influencen.

 

Christus handelte flexibel

und verkaufte selbst die Bibel

wie auch Filmclips seiner Wunder

neben Merchandising-Plunder,

Jesuslatschen beispielsweise

oder aber Götterspeise.



 – Didi.Costaire –


 


Die Fußgängerampel



 – Hier heult ein Merzedes, dort poltert ein Trampel,

und mittendrin waltet die Fußgängerampel.

 

Die Zeichen der Ampel, sie stehen auf Gehen.

So kommt der Verkehr auf der Fahrbahn zum Stehen.

 

Schon gibt es Gequengel im dichten Gedrängel.

«Das Ding hat», ruft jemand, «kein Sinn, aber Mängel.»

 

Ein andrer warnt alle vor Kröten und Fröschen

und tippt auf sein Smartphone, um Kukies zu löschen.

 

Da kreuzt wer die Straße mit blassgelbem Helm.

«Gewiss», singt ein Spatz, «ist das Volker, der Schelm.»



 – Didi.Costaire –



 

Ypsilon



– Gegrübelt hab ich, gründlich überlegt: 

Was soll das Ding in unsrem Alphabet? 

Es steht mal für ein J, meist für ein Ü, 

Und oxydiert von Fall zu Fall zum I. 

By Anglizismen gibt’s anbuy ein EI. 

Ein eigener Akzent ist nie dabye. 


Ob Schwyzerdütsch (recht zünftig!), ob Ägyptisch: 

Das Ypsilon wirkt statt vernünftig kryptisch, 

Fast zynisch im Vergleich zum Lied der Schlümpfe. 

Weswegen pfeift die Nymphe denn auf Strümpfe? 

Sie liebt es ohne überflüss‘ge Hülle, 

Verbindet Party-Mythos mit Idylle. 


Trypsin verhindert Trübsinn, und der Dürre, 

Der mürrisch wird, behilft sich erst mit Myrrhe. 

Dann braucht der Typ ‘ne Psychoanalyse 

Nebst einer Yacht mit Pantry. Yeah! – Kombüse 

Hingegen klingt nicht glücklich, sondern damisch, 

Doch rhythmische Gymnastik sehr dynamisch. 


XY entlarvt die üblen Tricks. 

Hellenen haben nix, vergöttern Nyx. 

Tja, schmissen sie das Ypsilon hinaus ... 

Es säh‘ auch für die Lürik düster aus. 



– Didi.Costaire –



 


Der November



 – Der November, kahle Bäume,

grau und nass ist diese Welt.

Leute leben nun für Träume

oder schlicht fürs Weihnachtsgeld.



 – Didi.Costaire –





 Serbisch 

(Limerick)


– Ein kleiner Beamter aus Dissen

ließ, wie es ihm ging, alle wissen.

Er sagte energisch:

«Ich fühle mich serbisch,

und das heißt auf Deutsch serbischissen.»



– Didi.Costaire – 



 


Herbsteinbruch



Am Morgen kann man schon mal frieren

und weiß nicht recht: Was bringt der Tag?

Bis Dienstschluss soll noch viel passieren,

womöglich gibt es Niederschlag.

 

Im Dunstkreis zwischen lau und lausig,

dem Blau und Grau vorm Donnerklang,

da schnappen Menschen mit Know-how sich

die Jacke für den Übergang.



 – Didi.Costaire –