Naturell
Bin ein Alpharüde
mit nem dicken Fell
arbeite rigide
sauber und reell
habe Attitüde
bin gewieft und hell
immer grundsolide
und besonders schnell
müde
– Didi.Costaire –
– Der Kauboy Fritze Hammerzeh,
ein Typ von vorvorgestern,
entspricht dem Männlichkeitsklischee
und steht auf Wilde Western.
So streift er ödes Weideland,
das Rindvieh dort macht Muh.
Bereit zu einer Tat mit Schand
spielt Fritze Blondekuh.
Er stößt mit Macht und zwar ins Horn,
die Büchse ist geladen.
Der Fritze wähnt sich wieder vorn
und latscht in einen Fladen.
Aus Fritze wird mithin ein Streiter,
der Spuren hinterlässt.
Drum geht er strammen Schrittes weiter,
die Scheiße tritt sich fest.
– Didi.Costaire –
– Fiel dereinst ein guter Reim
eim nicht ein, so war es eim
eher peinlich und das Schreim
jener Verse ließ man bleim.
Heute intressiert das kaum.
Viele stümpern rum und glaum,
alles könn sie sich erlaum,
auch die Leser anzupflaum.
Manche texten anonym,
wollen überhaupt nicht ühm
und sie fischen bloß im Trühm,
während sie sich selber rühm.
Andre streben brav nach Ruhm
und sind keine bösen Buhm,
doch mit Zeilen voller Blum
schaffen sie's nicht mal postum.
Wären sie nicht zu bequem,
hätten sie noch weitre Them
wie den Kampf ums Überlehm
und sie könnten Hoffnung gehm.
Lyrik wirkt mitunter lahm.
Wenige Poeten ham
wahrlich ganz besondre Gahm
und die finden dann den Rahm.
Rissen Reimer sich am Riem,
hätten sie vom Liem geschriem,
und in Strophe Nummro Siem
was, das schmeckt nach ihr und ihm.
Wege führen zwar gen Rom,
selten allerdings nach ohm.
Einige sind abgehohm,
weil die Freunde alles lohm.
Dichter mögen gerne träum.
Wenn sie sich indessen sträum,
sich dagegen aufzubäum,
werden sie den Tag versäum.
– Didi.Costaire –
Lebte Jesus jetzt und hier,
wäre Kirche nicht sein Bier,
doch von Rio bis nach Mailand
kennte jeder diesen Heiland,
denn er würde über Grenzen
internettend influencen.
Christus handelte flexibel
und verkaufte selbst die Bibel
wie auch Filmclips seiner Wunder
neben Merchandising-Plunder,
Jesuslatschen beispielsweise
oder aber Götterspeise.
– Didi.Costaire –
– Hier heult ein Merzedes, dort poltert ein Trampel,
und mittendrin waltet die Fußgängerampel.
Die Zeichen der Ampel, sie stehen auf Gehen.
So kommt der Verkehr auf der Fahrbahn zum Stehen.
Schon gibt es Gequengel im dichten Gedrängel.
«Das Ding hat», ruft jemand, «kein Sinn, aber Mängel.»
Ein andrer warnt alle vor Kröten und Fröschen
und tippt auf sein Smartphone, um Kukies zu löschen.
Da kreuzt wer die Straße mit blassgelbem Helm.
«Gewiss», singt ein Spatz, «ist das Volker, der Schelm.»
– Didi.Costaire –
– Gegrübelt hab ich, gründlich überlegt:
Was soll das Ding in unsrem Alphabet?
Es steht mal für ein J, meist für ein Ü,
Und oxydiert von Fall zu Fall zum I.
By Anglizismen gibt’s anbuy ein EI.
Ein eigener Akzent ist nie dabye.
Ob Schwyzerdütsch (recht zünftig!), ob Ägyptisch:
Das Ypsilon wirkt statt vernünftig kryptisch,
Fast zynisch im Vergleich zum Lied der Schlümpfe.
Weswegen pfeift die Nymphe denn auf Strümpfe?
Sie liebt es ohne überflüss‘ge Hülle,
Verbindet Party-Mythos mit Idylle.
Trypsin verhindert Trübsinn, und der Dürre,
Der mürrisch wird, behilft sich erst mit Myrrhe.
Dann braucht der Typ ‘ne Psychoanalyse
Nebst einer Yacht mit Pantry. Yeah! – Kombüse
Hingegen klingt nicht glücklich, sondern damisch,
Doch rhythmische Gymnastik sehr dynamisch.
XY entlarvt die üblen Tricks.
Hellenen haben nix, vergöttern Nyx.
Tja, schmissen sie das Ypsilon hinaus ...
Es säh‘ auch für die Lürik düster aus.
– Didi.Costaire –
Am Morgen kann man schon mal frieren
und weiß nicht recht: Was bringt der Tag?
Bis Dienstschluss soll noch viel passieren,
womöglich gibt es Niederschlag.
Im Dunstkreis zwischen lau und lausig,
dem Blau und Grau vorm Donnerklang,
da schnappen Menschen mit Know-how sich
die Jacke für den Übergang.
– Didi.Costaire –