Jogger‘s delight
– Die Mahnung: Pumpe, Glatze, Bauch und Falten.
Mir schwant, ich bin als Macker laue Luft
und muss was machen. Hoch jetzt, fauler Schuft!
Die Sonne scheint. Heut kann mich nichts mehr halten.
Ich lege los. Ganz locker. Drei Schritt ein-
und wieder ausgepustet. Bleibe standhaft
im Takt und flöge förmlich durch die Landschaft (!),
blies nicht von vorn der Wind so hundsgemein.
Der Wind, der alte Schinder, hemmt erheblich.
Ich schalte runter: ein zwo Phuuh und ein zwo Phooh,
als just ein Fräulein naht. Oh Libido!
Mein Lächeln, wohl vom Schmerz verzerrt – vergeblich.
Ich fluche, weil der Weg nun aufwärts geht.
Vorbei an Häusern, Gärten, einer Laube,
aus der die Lust schreit, einem Rest von Taube,
an trauten Rasen, die ein Mäher mäht.
Der Durst, die Hitze und ein fraktioneller
Ventilationsverlust auf halber Strecke
beschweren Herz und Bein, als um die Ecke
ein Köter schießt. Erregt! Schon lauf ich schneller.
Fürwahr ein Marathon! Am Automarkt
wird abgekürzt, durch Sand bis zu den Knöcheln.
Das Echo einer Wand klingt fast wie Röcheln.
(Starb Pheidippides gar an Herzinfarkt?)
Kurz vor dem Ziel, noch einmal runterschalten
den Gang, den wirklich letzten vor dem Tod.
Erreiche meinen Hof mit Müh und Not.
Erschöpft, doch glücklich, bald ein Bier zu halten …
– Dirk Tilsner –