Versickerte Erde
nach einem langen Flug
tropft der Tropfen
aufs höchste Blatt
am Baum
die Spitze
rollt
fällt
tiefer
nimmt im Lauf
einen anderen Tropfen auf
fällt fällt
aufs
tiefste
Blatt
das hält
ihn nicht auf
– Rachel –
– mit dreizehn wollte ich nichts werden
eine schwester an der barbie die andere
mit taschengeld zur sparbüchse
und nichts als hausaufgaben
ich hörte nichts auf witzplatten
«ja wo laufen sie denn?»
wollte nichts mit dschungel
«probiers mal mit gemütlichkeit»
mit nichts als nur gemütlichkeit
das war auch alles nichts – nichts mit fünfzehn
und heute? nichts als jetzt?
sarg an totholz sarg an totholz
unter dem verfuckten deckel
große – weite – welt – nichts
als überfall und überall nichts als
krieg oder frieden nichts
– Rachel –
– und direkt am fuß
in der ferne ein ferienhotel
geflutet wird müssen wir einen umweg
über den friedhof machen ich komme ich komme noch
an einem gewaltigen stück plattentektonik vorbei das momentan
wahnsinnig viel wassermassen abtransportiert
die grundmauern weichen die türen schieben uns weg und wir bekommen
eine hütte mit holzbalkon für den dritten vierten stock im herbst
im herbst sollen wir eingezogen sein und jetzt
reißt es uns in der gestalt einer flutwelle
in die felle fremder gewalt hinaus
krieg - alles muss raus?
– Rachel –
In der alten Küchenecke gestern
in ihrer nächtlichen Bunkernische vorgestern
an der heutigen Wand abgesunken.
In ihrem Schlafanzug durch die brennende Stadt mitten in der Nacht
Kriegsväter halten ihre Front die Fronten hielten schon Großväter
auf fröhlichsten Bildern vom Sterben nicht ab.
– Rachel –
– ich könnte achttausend
achthundertachtundvierzig servietten falten
und noch dreihunderttausend jahre
überlegen überlegen überlegen
warum ich auf dem mount everest
nicht höher gestiegen bin
die himmel scheibenblau
der hubschrauber einwandfrei gelandet
den müll lass ich oben
das stillste halten zählt
ausgeatmet nicht was könnte
hier vernebeln
wolken wolken wolken
jeden Tag
ein abstieg
– Rachel –