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Mai 07, 2026



ausklang



 – nachts,

wenn die träume ihre kulissen aufbauen,

der mond, sich hinter wolken versteckend,

nach gründen für sein halbes gesicht sucht,

jeder schlag der kirchturmuhr ein tiefes oommm hinter sich herzieht,

der efeu sich nach und nach durch unser zimmer rankt,

licht und schatten, von vorbeifahrenden autos in den raum geworfen,

«ich fang dich» spielen,

das ticken und tacken des weckers, schon längst nicht mehr nervend,

mehr willkommener schlaftrunk,

das grüne standby des receivers an einen leuchtturm

in den tiefen des grau und schwarz erinnert … 


lausche ich heimlich der spinne beim bau ihres netzes,

beobachte glühwürmchen beim irrenden-wirrenden flug

und erzähle dir still von meiner liebe.



 – Otto Lenk – 



April 24, 2026

 



Prolog: Mal ist man Arsch …



 – Ich schwörs,

ich konnte nichts dafür,

plötzlich war er da.

wahrscheinlich irrte er umher,

wusst’ selbst nicht wo er war.

denn was,

um gottes willen,

hatte er gesucht?

war doch der kalte stein

des bades sein revier,

und nicht das warme laminat

im schlafgemach.

auf jeden fall, ich ging,

ja, sah ihn noch,

in einem augenblick,

wollt meinem fuß noch sagen,

geh nicht, tritt nicht,

doch schritt und quaatsch und

aus und tot der silberfisch.

da lag er nun,

noch flacher als vorher.

er tat mir schrecklich leid, denn,

so fragte mein gewissen,

konnt’ es sein,

dass seine seele keine zeit,

sich zu beflügeln für die ewigkeit,

dort auf dem boden nun,

im silberfisch gequetscht, da lag?

der ewigkeit beraubt, von mir.

was war zu tun?

ein grab, eine bestattung musste her.

frieden für des silberfisches seele.

ich kniete nieder.

war gerade noch dabei

die reste aufzusammeln,

als eine polle mich von links erwischte.

hatschi und haste nicht gesehen,

nieste ich den kleinen kerl

in alle ewigkeit hinein.


Epilog: ... mal ist man Gott



April 18, 2026



Innehalten



 – manchmal schaust du mich an

und beginnst zu weinen.

als wäre da ein stilles erkennen,

ein wissen um etwas, das man nicht deuten,

aber dennoch fühlen kann.


in solchen momenten muss ich innehalten.

mich zurücknehmen.

mich selbst davor bewahren dich zu fragen,

ob du um mich weißt.

muss mich von deinen tränen tragen lassen.


tragen lassen.

über die dunkle dunkle see.



 – Otto Lenk –



März 25, 2026



krawumm



 – wie es krawummte

fürchterschön

und wie aus zisch

krawumm

ein licht entstand

und dieses licht

mit noch mehr zisch

krawumm

in tausend lichter

lichtete

so bunt so

glitzeritz

so tausendschön

und dann das dunkel

zwischen

all dem licht

wie es so dunkelte

so tief so dunkel

dunkel tief

und dann

wie aus dem nichts

krawumm und zisch

lachen

staunen

in gesichtern

die kein alter kennen

und augen

augen

voller sterne



– Otto lenk –



März 16, 2026



Mit dem Wind



Und so sitze ich auf dem Dach …


und warte darauf

ein Teil des Mooses zu werden

Bis dahin denke ich

an all die Träume

von denen die Sterne erzählten

Vergleiche

Realität und Traum

Komme zu dem Schluss

dass sich das Warten lohnt


Ich erzähle den Sternen davon

wie es ist so zu sein

die Bäume ringsherum beginnen bedächtig

zu lauschen verstehen

und schlängeln ihre Wurzeln

hinauf zu mir aufs Dach

beginnen mich zu umarmen


… und der Wind singt sein Lied dazu



– Otto Lenk –



März 09, 2026



sie flüstern



 – sie flüstern vom weiß und den tagen danach,

an denen es angeblich bunt werden soll.

sie wollen erfahren haben,

dass dies alles eine vorübergehende laune der natur sei,

der man nicht allzu viel beachtung schenken solle.

sie tuscheln bereits von wärme, ja selbst das wort grün

soll gefallen sein.

aber die vögel erzählen ja viel, wenn der tag lang ist.



– Otto Lenk –



Februar 09, 2026



Mit dir im Wort bleiben



 – Darüber hinaus

Bleiben


Mich still

Immer wieder aufs Neue

In dich verlieben


Stiller

Aber um die Brotkrumen

Wissend


Im Wort bleiben


Und darüber hinaus



– Otto Lenk –



Februar 03, 2026



Tonic



 – Sie lässt das Tonic schon lange weg

Ist genügsam geworden

Gin reicht ihr

Darüber hinweg

Selbst worüber ist schon lange weg

Darüber hinweg reicht ihr


Die Fotografie

Längst aus dem Rahmen genommenes

Der Blick auf den leeren Rahmen reicht ihr

Tage, Stunden, Minuten vergehen

Einfach so

Das genügt ihr ...


... und der Blick auf die traurigen Gardinen

Die das Fenster ohne Aussicht umrahmen



– Otto Lenk –