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Juni 16, 2026



Gaslicht



 – Im Blick so flügellahm,

die Liebe wie der schwere Stein

als Erlösung,

die vernichten will.



– Rufus –



Juni 02, 2026



Unersättlich



 – Ich sollte mit

 ihr sprechen,

sagen, wie sehr es mich verletzt.


Was bin ich mehr

als diese Verletzung?


Dein Tag –

wie eine unmögliche Forderung

kriecht er mir über den Rücken.

Als könnte ich unterscheiden:


Zwischen Sehnsucht und

Angst vor dir.


Doch ich fürchte deine Liebe

mehr noch als deine Wut.


Wer gab dir diese unsterbliche

Macht?


Zeile für Zeile schneide ich dich raus

aus mir.


Jeder Gedanke an dich

urteilt über mich.


Du bist Teil von mir.

Vielleicht sogar der größte.


Und bin ich nur das,

was du nicht bist?


Du nahmst dir so viel Raum –

Unersättliche.

Nie überwand ich dich.


Nie war ich mehr

als deine Wunde.




Unersättlich II



Solange ich dich bestrafe,

dein Leid genieße,

hast du Macht

über mich.


Du hast die Kette geschmiedet,

aber sie bindet auch dich.


Ich bin nicht stark genug,

dich zu begnadigen

wäre mein Tod.


Noch brauche ich dich



– Rufus –



Mai 20, 2026



Der Zuertragende



 – Dein Verständnis

ist meine Pflicht.

Bin ich nur

der Zauberspruch,

der dein faules Gebräu

zur Wirkung bringt?


Weder Opfer

noch Vollstrecker,

nur das zwischen dir

und …


und wem eigentlich?


Dir und dir?


Wäre ich doch nur

ein Spiegel,

du könntest ertrinken

in mir.


Doch du trinkst mich leer

und hüllst dich in mich ein.


Geschmeidig und ein wenig schwer,

so erträgst du mich.


Wäre ich doch Sackleinen,

das dir die Haut aufreißt,

dass du mich ablegst und vergisst.


Doch: der Zuertragende,

der zu tragende,

der schwere Schal,

der dich wärmt


und erstickt.



– Rufus –



April 29, 2026

 


Identitas I



Das Meer erhob sich

zu Wellen in der Zeit,

und mit der Zeit

fürchtet die Welle

das Meer.





Identitas II



Das Meer –

die Welle.

Ich fürchte

das Meer.




– Rufus –



April 08, 2026

 


Stein



 – Es ist,

was es nicht ist –

ein andereres.


Und


alles schwieg,

als ob –

in dieser Stille

Worte bedeutsamer

wären.


Als ob

ein Wort jemals

Stille bedeuten

könnte.


Ich schrieb,

des Schweigens

trotzend,

dieser wunderlichen

Stille –


Als ob.



– Rufus –



März 27, 2026



hörig



 – Indem ich dich zerstöre

und mich zerstöre –

nur so kann ich sein.


Der Schmerz

nie allein –

unhaltbar.


Vergegangenes ist

Weg geworden.


Still und Stand

Friedenszeit

Menschenleer



– Rufus –



Februar 25, 2026


 

Vierminuseins



 – Langsam verblich

das Maß der Zeit.

Unbemerkt,

nur fast berührt.

Umhüllen uns


Sehnsuchtsräume.


Und so vergeht,

wie der Schmerz

mit der Wahrheit –

der Wunsch,

einer Sorge gleich:

Bedeutung.


Einst wird

gewesen sein


ein Tempel

aus Ruin

entborgen.



In der Tiefe der Notwendigkeit,


am Rand des Zentrums,

der verlorenen Berührung,

des Wartens, des Beinahen.

Des ewig Unentdeckten,


wandelt die Möglichkeit.



– Rufus –