Posts mit dem Label Rufus werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Rufus werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mai 20, 2026



Der Zuertragende



 – Dein Verständnis

ist meine Pflicht.

Bin ich nur

der Zauberspruch,

der dein faules Gebräu

zur Wirkung bringt?


Weder Opfer

noch Vollstrecker,

nur das zwischen dir

und …


und wem eigentlich?


Dir und dir?


Wäre ich doch nur

ein Spiegel,

du könntest ertrinken

in mir.


Doch du trinkst mich leer

und hüllst dich in mich ein.


Geschmeidig und ein wenig schwer,

so erträgst du mich.


Wäre ich doch Sackleinen,

das dir die Haut aufreißt,

dass du mich ablegst und vergisst.


Doch: der Zuertragende,

der zu tragende,

der schwere Schal,

der dich wärmt


und erstickt.



– Rufus –



April 29, 2026

 


Identitas I



Das Meer erhob sich

zu Wellen in der Zeit,

und mit der Zeit

fürchtet die Welle

das Meer.





Identitas II



Das Meer –

die Welle.

Ich fürchte

das Meer.




– Rufus –



April 08, 2026

 


Stein



 – Es ist,

was es nicht ist –

ein andereres.


Und


alles schwieg,

als ob –

in dieser Stille

Worte bedeutsamer

wären.


Als ob

ein Wort jemals

Stille bedeuten

könnte.


Ich schrieb,

des Schweigens

trotzend,

dieser wunderlichen

Stille –


Als ob.



– Rufus –



März 27, 2026



hörig



 – Indem ich dich zerstöre

und mich zerstöre –

nur so kann ich sein.


Der Schmerz

nie allein –

unhaltbar.


Vergegangenes ist

Weg geworden.


Still und Stand

Friedenszeit

Menschenleer



– Rufus –



Februar 25, 2026


 

Vierminuseins



 – Langsam verblich

das Maß der Zeit.

Unbemerkt,

nur fast berührt.

Umhüllen uns


Sehnsuchtsräume.


Und so vergeht,

wie der Schmerz

mit der Wahrheit –

der Wunsch,

einer Sorge gleich:

Bedeutung.


Einst wird

gewesen sein


ein Tempel

aus Ruin

entborgen.



In der Tiefe der Notwendigkeit,


am Rand des Zentrums,

der verlorenen Berührung,

des Wartens, des Beinahen.

Des ewig Unentdeckten,


wandelt die Möglichkeit.



– Rufus –





Dezember 09, 2025



Zweifel



 – Freunde:

Ich sagte euch,

als würde ich –

sehen können,

nicht ohne Stolz.


Ich muss euch gehen lassen,

damit ich euch finden kann


und will

ins Dunkel schreiten,

als wüsste ich –

wohin.


Vorgestellt,

verstellt sich mir

die Sicht.


Irrlichternd verführt,

die Hoffnung mich,

es bliebe,

was ich ließ.


Halte aus

und fest –

die Augen zu.


Nahmt ihr mich

und hieltet mich.

Die Stille stand,

berührungslos.

Ihr haltet mich

noch immer.



 – Rufus –



November 17, 2025



Neglegere



Das Wort ist tot.

Viele hören sein Echo,

manche spüren ihm nach –

und fühlen nichts.


Das Wort ist tot.

Wer wollte es

in hallenden Gewölben,

in Schweigen bewahren.


Das Wort ist tot.

Des Wortes Wort,

vom Gerede getragen –

niemand spricht.



– Rufus –