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August 01, 2026

 


Exponat | Kurator



Wenn dies eine Reise ist –


ohne Ziel,


leer und ohne

Pfad –


die ewige

Wiederholung


desselben Weges

mit neuer Erwartung.


Erst im Gehen –

zeigt sich

der Weg.


Wer,

in einer irrationalen

Gewissheit,


das Ziel

zu kennen meint,


bleibt

bewegungs-

und bewusstlos –


ein Verwalter.


Jeder Blick ist schon

Erwartung.


Der Blick zurück –

das Exponat

einer Erfahrung –


schauen wir

dem Kurator

gleich.


Und manche sehen

dort sogar:


Wahnsinnige,

die auf leeren Pfaden

schreiten.



– Rufus –




Juli 21, 2026

 


Übergestern



 – Wären wir wahrhaft frei,

wir würden springen.


Dies zu greifen macht aus dem Unmöglichen nur eine Möglichkeit

einer unmöglichen Erfüllung:


ein Streben immerfort ins gestrige Morgen.


Nur ein Gott kann uns noch helfen;

er ist Schmerz – die Furcht

vor einer Freiheit.


Ohne Grund,

unentschieden,

zu leicht gefangen

zwischen unseren Händen.


Bewahren wir ihn,

manchmal

zu nah am Herzen.


Liebe,

eine geschmiedete

Notwendigkeit


Wie die Angst,

dass nur die Angst uns hält.


Wer hielte ihn –

ließ ich ihn gehen?


Morgenstern


Vielleicht:

ein Verlangen, ein Wollen,

ein Wille im Werden –

im Fallen sein,


kollidieren und

Zerschmettern?


Die Welt ist alles,

wenn sie fällt.


Jeder Grund,

unhaltbare Notwendigkeit –

sie zerbricht

an unserem Wesen.


Mit verdrehten Köpfen

schöpfen wir ein Gestern

im Morgen,

als gäbe es eine Kraft,

die uns zu Schöpfern heißt.


Stella Nova


Ich frage dich,

und dein Ende

beginnt.



– Rufus –



Juni 16, 2026



Gaslicht



 – Im Blick so flügellahm,

die Liebe wie der schwere Stein

als Erlösung,

die vernichten will.



– Rufus –



Juni 02, 2026



Unersättlich



 – Ich sollte mit

 ihr sprechen,

sagen, wie sehr es mich verletzt.


Was bin ich mehr

als diese Verletzung?


Dein Tag –

wie eine unmögliche Forderung

kriecht er mir über den Rücken.

Als könnte ich unterscheiden:


Zwischen Sehnsucht und

Angst vor dir.


Doch ich fürchte deine Liebe

mehr noch als deine Wut.


Wer gab dir diese unsterbliche

Macht?


Zeile für Zeile schneide ich dich raus

aus mir.


Jeder Gedanke an dich

urteilt über mich.


Du bist Teil von mir.

Vielleicht sogar der größte.


Und bin ich nur das,

was du nicht bist?


Du nahmst dir so viel Raum –

Unersättliche.

Nie überwand ich dich.


Nie war ich mehr

als deine Wunde.




Unersättlich II



Solange ich dich bestrafe,

dein Leid genieße,

hast du Macht

über mich.


Du hast die Kette geschmiedet,

aber sie bindet auch dich.


Ich bin nicht stark genug,

dich zu begnadigen

wäre mein Tod.


Noch brauche ich dich



– Rufus –



Mai 20, 2026



Der Zuertragende



 – Dein Verständnis

ist meine Pflicht.

Bin ich nur

der Zauberspruch,

der dein faules Gebräu

zur Wirkung bringt?


Weder Opfer

noch Vollstrecker,

nur das zwischen dir

und …


und wem eigentlich?


Dir und dir?


Wäre ich doch nur

ein Spiegel,

du könntest ertrinken

in mir.


Doch du trinkst mich leer

und hüllst dich in mich ein.


Geschmeidig und ein wenig schwer,

so erträgst du mich.


Wäre ich doch Sackleinen,

das dir die Haut aufreißt,

dass du mich ablegst und vergisst.


Doch: der Zuertragende,

der zu tragende,

der schwere Schal,

der dich wärmt


und erstickt.



– Rufus –



April 29, 2026

 


Identitas I



Das Meer erhob sich

zu Wellen in der Zeit,

und mit der Zeit

fürchtet die Welle

das Meer.





Identitas II



Das Meer –

die Welle.

Ich fürchte

das Meer.




– Rufus –