Gaslicht
– Im Blick so flügellahm,
die Liebe wie der schwere Stein
als Erlösung,
die vernichten will.
– Rufus –
– Ich sollte mit
ihr sprechen,
sagen, wie sehr es mich verletzt.
Was bin ich mehr
als diese Verletzung?
Dein Tag –
wie eine unmögliche Forderung
kriecht er mir über den Rücken.
Als könnte ich unterscheiden:
Zwischen Sehnsucht und
Angst vor dir.
Doch ich fürchte deine Liebe
mehr noch als deine Wut.
Wer gab dir diese unsterbliche
Macht?
Zeile für Zeile schneide ich dich raus
aus mir.
Jeder Gedanke an dich
urteilt über mich.
Du bist Teil von mir.
Vielleicht sogar der größte.
Und bin ich nur das,
was du nicht bist?
Du nahmst dir so viel Raum –
Unersättliche.
Nie überwand ich dich.
Nie war ich mehr
als deine Wunde.
Solange ich dich bestrafe,
dein Leid genieße,
hast du Macht
über mich.
Du hast die Kette geschmiedet,
aber sie bindet auch dich.
Ich bin nicht stark genug,
dich zu begnadigen
wäre mein Tod.
Noch brauche ich dich
– Rufus –
– Dein Verständnis
ist meine Pflicht.
Bin ich nur
der Zauberspruch,
der dein faules Gebräu
zur Wirkung bringt?
Weder Opfer
noch Vollstrecker,
nur das zwischen dir
und …
und wem eigentlich?
Dir und dir?
Wäre ich doch nur
ein Spiegel,
du könntest ertrinken
in mir.
Doch du trinkst mich leer
und hüllst dich in mich ein.
Geschmeidig und ein wenig schwer,
so erträgst du mich.
Wäre ich doch Sackleinen,
das dir die Haut aufreißt,
dass du mich ablegst und vergisst.
Doch: der Zuertragende,
der zu tragende,
der schwere Schal,
der dich wärmt
und erstickt.
– Rufus –
– Langsam verblich
das Maß der Zeit.
Unbemerkt,
nur fast berührt.
Umhüllen uns
Sehnsuchtsräume.
Und so vergeht,
wie der Schmerz
mit der Wahrheit –
der Wunsch,
einer Sorge gleich:
Bedeutung.
Einst wird
gewesen sein
ein Tempel
aus Ruin
entborgen.
In der Tiefe der Notwendigkeit,
am Rand des Zentrums,
der verlorenen Berührung,
des Wartens, des Beinahen.
Des ewig Unentdeckten,
wandelt die Möglichkeit.
– Rufus –