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Dezember 05, 2025



Der böse Dichtertroll



 – Ach tausend Träume sind ihm schon verloren 

Gegangen weil er immer Neues will

In geiler Suche nach dem nächsten Thrill

Durchhechelt er die virtuellen Foren


Identitäten hat er manche sieben

Allein im Literaten Paradies

Erst schreibt er zärtlich dann so richtig fies

Spielt Frau in Rente Hallo meine Lieben


Urplötzlich wird er böse selbstverzagt 

Beleidigt schroff die LeserInnen schreit

Bis ihn die doofen Mods verbannen doch


Minuten später wieder da und klagt

Sich selbst hysterisch voller Einsamkeit 

In seinen Schwabbelbauch ein Jammerloch



– Aron Manfeld -



November 29, 2025



Mein Kälbchen



 – Lieb stöckelst du vom Bohlenbrett gebunden

Hinab zur Hölle die dein Fleisch begehrt

Das was du bist im Tode nur verehrt

Verkehrt hängst du schon bald in ein paar Stunden


In Reih und Glied gleich zwischen deinen Alten

Die eben noch Familie Heimat sind

Frau Kuh Herr Stier und du das Rinderkind

Am Haken Kälbchen werdet Ihr erkalten


Sei froh du Vieh dass Gott dich dämlich schuf

Nachdem er sich beim Menschen schwer vertan

Der sich am liebsten selber fressen tät 


Du muhst das Schwätzen wäre mein Beruf 

Ganz Recht hast du ich schwätz von Pietät 

Zerkaue dich dabei wie Marzipan



– Aron Manfeld –



November 25, 2025



An Gustav Goldfisch



 – Oh Fisch aus Gold orangenrot im Rund

Des Glases schwimmst von links nach rechts umher

Von rechts nach links und glaubst du wärst ein Herr

Verblubberst Bläschen aus dem Schmollemund


Was magst du Blender denken frag ich dich

Ans Geld ans Weibchen Butterbrot und Mord 

An unbezahlte Rechnungen kein Wort

Entglitscht dir Schweiger aber sicherlich


Vergisst du stets am Ende deiner Bahn

Vergangenheit sonst könntest du nicht gleich 

Erneut den ewig alten Weg zurück 


Ertragen stets im eingespielten Tran

Gefangen in dem satten Goldfischreich 

Beneide ich dein stilles Daseinsglück 



– Aron Manfeld –



November 13, 2025



Dem Herbstmädchen



 – In mir sind immer noch die Zaubertage

Die Tage als wir zeitlos um uns schwebten 

Es waren Tage wo wir uns erlebten 

Ein kleines Märchen Zeit der zarten Sage


Im dunklen Herbst kroch Kälte durch die Steine

Bei Tee und Keks im schönen Kerzenlichte

Liebmutig las ich Dir ins Ohr Gedichte

Aus Aron Manfelds Werk und auch von Heine


Das Küssen schmeckte süß nach Schokotrauben

Die Augen glänzten hell noch ohne Tränen 

Ein Leben lang mit Dir so war mein Glauben


Zum Winter lief ich fort im kalten Morgen 

Zur Freiheit und dem Abenteuersehnen 

Zurück zur Einsamkeit und ihren Sorgen



– Aron Mansfeld –



November 14, 2024



Mal wieder nur 

ein Tag vorbei 



– Mal wieder nur ein Tag vorbei getan
Was man von mir erwartet schleich ich um
Mich selbst herum wie eine Katze krumm
Um eine Schale voller Lebertran


In mir schreit alles geh doch endlich fort
Such etwas das dich hoch zur Sonne hebt
Mit dir im Küssen durch den Himmel schwebt
Aus deiner Jugend kennst du noch den Ort

Da auf dem Tisch lockt Lachs auf Vollkornbrot
Gefühle kommen und vergehen schnell
Wer weiß ob Neues nicht ein neuer Tod

Nur ist und draußen wird es langsam hell
Mal wieder steht am Ende nur das Wort
Doch für ein paar Sekunden flog ich fort



– Aron Manfeld –


Oktober 19, 2024

 


Ein paar Sekunden 

beim Sterben


 

– Sie hatte eben Kartoffeln aufgesetzt 

Der Fernseher lief
Als es vorbei war
Fiel sie einfach hin 


Sechsundsiebzig Jahre 

Das ist doch nicht viel 

Doch das blitzende Flimmern 

Vor den Augen
War voller Kreuze 
Ende 


Emmys kalte Schnauze 

Stupste an die beiden Eheringe 

Emmy bellte und lief zur Eingangstür 


Die der Tod eben 

Zudrückte 



– Aron Manfeld –



August 24, 2024



Braunkohl mit Pinkel 

bei Oma Ilse 



– Ich will so gern zu Oma Ilse
Die kleine Wohnung dampft 
Nach Haarspray und Zigaretten 

Mit Lockenwicklern steht sie an der Tür 

Du bist zu früh Junge 


Opa Karlheinz im Unterhemd liest Bild 

Schimpft auf die Welt
Raucht seine Lux
Das darf alles nicht wahr sein Aron 

Dann legt Oma mir Braunkohl auf den Teller 

Endlos Kartoffeln
Scharfe Pinkel
Wir drei essen wortlos 

Und ich weiß jetzt auch nicht 

Ob ich jemals
Mit ihnen gesprochen 
Habe 



– Aron Manfeld –



Juli 19, 2024

 


Sommerschnee



 – Rasiere mich und trinke schwarzen Tee.

Zwei Tauben kämpfen draußen um den Platz,

Genau wie wir es taten, ferner Schatz:

Am Ende war die Liebe Sommerschnee.


Die Kissen riechen immer noch nach dir,

Nach Kirschbaum, der auf Meereswiesen wächst …

In dich hineingetaucht bin ich, verhext

Von deiner kalten Wärme, schien es mir


Als sei die Welt nur für uns beide da …

Obwohl: In Wirklichkeit ist das nicht wahr!

Du warst für mich doch bloß nur zum Gebrauch!


Auch wenn mein Mund seit Tagen trocken ist …

Den Spiegel trifft mein Zigarettenrauch.

Ob du wohl wieder deinen Exmann küsst?



 – Aron Manfeld –



Mai 09, 2024

 


Goldfisch-Sonett



– Mein Fisch aus Gold orangenrot im Rund
Des Glases schwimmst von links nach rechts umher
Von rechts nach links als wärest du ein Herr
Verblubberst Bläschen aus dem Schmollemund

Was magst du Blender denken frag ich mich
Ans Geld an Weibchen Butterbrot und Mord
An unbezahlte Rechnungen kein Wort
Entglitscht dir Schweiger aber sicherlich

Vergisst du stets am Ende jeder Bahn
Vergangenheit sonst könntest du nicht gleich
Erneut den immergleichen Weg zurück

Ertragen stumpf im immer selben Tran
Gefangen ewig sorglos blasenreich
Wie neid ich dir dein kleines Stückchen Glück



– Aron Manfeld –