Vier ästhetische
Glücksheber
Die Borte:
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Die Bordüre:
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Die Franse:
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Die Rüsche:
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– Rachel –
– Zwischen den Häusern
atmet der Abend langsam aus,
und die Fenster tragen
das letzte Licht wie eine Erinnerung.
Die Straßen werden leiser,
doch irgendwo hinter den Mauern
ein Lachen,
das die Nacht noch offen hält.
Ein Baum bewegt sich im Wind,
als würde er jemandem zuwinken,
der nie zurückgekehrt ist.
Unter ihm sammelt sich Schatten,
wie stilles Wasser.
Selbst die Müdigkeit
trägt einen kleinen goldenen Kern in sich:
die Hoffnung,
dass morgen jemand deinen Namen sagt,
als wäre er ein Geheimnis.
Und über der Stadt
erscheinen die ersten Sterne,
vorsichtig,
um nicht zu früh zu leuchten.
– Önder Özkan –
– Frau Nachtigall, du Holde, dir zu danken
hat meine Feder niemals ausgeruht.
Doch jüngst geriet mein Überschwang ins Wanken.
Ein Tropfen Wermut mischt sich in mein Blut:
Du seist mit «Herr», nicht «Frau» zu titulieren,
im Grzimek steht es (neunter Band) gedruckt,
weil schon seit alters bei euch Federtieren
allein das Männchen solche Töne spuckt.
Es schmettert nächtlich seine Serenaden,
gleich Orpheus feiert es sein Sängerfest.
Das Publikum ist gerne eingeladen -
Frau Nachtigall sitzt schweigend auf dem Nest.
Die Lehre: Singt ein Vöglein in den Haseln,
dann glaube nicht, was ein paar Dichter faseln.
– Cornelius –
– Ich sollte mit
ihr sprechen,
sagen, wie sehr es mich verletzt.
Was bin ich mehr
als diese Verletzung?
Dein Tag –
wie eine unmögliche Forderung
kriecht er mir über den Rücken.
Als könnte ich unterscheiden:
Zwischen Sehnsucht und
Angst vor dir.
Doch ich fürchte deine Liebe
mehr noch als deine Wut.
Wer gab dir diese unsterbliche
Macht?
Zeile für Zeile schneide ich dich raus
aus mir.
Jeder Gedanke an dich
urteilt über mich.
Du bist Teil von mir.
Vielleicht sogar der größte.
Und bin ich nur das,
was du nicht bist?
Du nahmst dir so viel Raum –
Unersättliche.
Nie überwand ich dich.
Nie war ich mehr
als deine Wunde.
Solange ich dich bestrafe,
dein Leid genieße,
hast du Macht
über mich.
Du hast die Kette geschmiedet,
aber sie bindet auch dich.
Ich bin nicht stark genug,
dich zu begnadigen
wäre mein Tod.
Noch brauche ich dich
– Rufus –