April 25, 2026

 


Genius



 – Er war ein bisschen wirr im Kopf,

und stieg auf einen Blumentopf,

statt wie er wollte, auf sein Klo,

und machte so die Blume froh.


In seiner Dusche ein Papier

mit Waschregionen 1 – 4.

Er hakte ab, doch half der Trick

ihm keineswegs beim Überblick.


Im Supermarkt stahl er Salat

versehentlich und bat um Rat,

warum er an dem Kassenband

trotz Lupe keine Kasse fand.


Sein Handy hielt sich meist versteckt,

doch hatte er es mal entdeckt,

so rief er sich auf Festnetz an

und quatschte mit dem netten Mann.


Warum ich von dem Mann erzähl

und euch mit seinem Unsinn quäl?

Damit ihr mich darin erkennt

und mich nicht länger «Genius» nennt …



– gummibaum –


April 24, 2026

 



Prolog: Mal ist man Arsch …



 – Ich schwörs,

ich konnte nichts dafür,

plötzlich war er da.

wahrscheinlich irrte er umher,

wusst’ selbst nicht wo er war.

denn was,

um gottes willen,

hatte er gesucht?

war doch der kalte stein

des bades sein revier,

und nicht das warme laminat

im schlafgemach.

auf jeden fall, ich ging,

ja, sah ihn noch,

in einem augenblick,

wollt meinem fuß noch sagen,

geh nicht, tritt nicht,

doch schritt und quaatsch und

aus und tot der silberfisch.

da lag er nun,

noch flacher als vorher.

er tat mir schrecklich leid, denn,

so fragte mein gewissen,

konnt’ es sein,

dass seine seele keine zeit,

sich zu beflügeln für die ewigkeit,

dort auf dem boden nun,

im silberfisch gequetscht, da lag?

der ewigkeit beraubt, von mir.

was war zu tun?

ein grab, eine bestattung musste her.

frieden für des silberfisches seele.

ich kniete nieder.

war gerade noch dabei

die reste aufzusammeln,

als eine polle mich von links erwischte.

hatschi und haste nicht gesehen,

nieste ich den kleinen kerl

in alle ewigkeit hinein.


Epilog: ... mal ist man Gott



April 23, 2026



Nie wieder Nordsee!



 – Dass dich hier ein Möwenschiss

treffen wird, ist so gewiss,

wie der nächste Regenguss

auf dich niederprasseln muss.

 

Übertrieben aufgebauscht

und von Wind und Meer berauscht

brechen Wellen in die See,

selbst der Rum hat ein' im Tee.

 

Heut wird Scholle aufgetischt,

aus der Gischt frisch rausgefischt,

steifer Grog in steifen Hals,

Preisen mangelt's nicht an Salz.

 

Ist der Urlaub dann vorbei,

winkst du noch von Norderney

weit hinaus auf hohe See,

Ebbe herrscht im Protemonnaie.



– Stefan Pölt –



April 22, 2026



Keine KI, mon ami!



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Keine KI

- nur menschliche Manie!


Das hier

sind noch Worte,

die so richtig schön

nach Affe stinken.


Reine Biologie.


Echte Handarbeit.


Mundgeklöppelt.


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Keine KI

- just me!


Ein von Geburt an

sedierter Schöpfergott.


Ein Buchstaben spuckender,

hochleistungsfähiger

Bioabfalleimer.


Ein multimedialer

Müllschlucker

mit Bulimie.


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Keine KI.


Keine geborgte Fantasie!


Keine per Knopfdruck erstellte,

postmoderne Collage,


um damit die leeren Wände

der eigenen Einfallslosigkeit

zu dekorieren.


Das hier sind noch

echte Synapsenspastiken

in einem Schimpansenhirn.


Ein möglicherweise

letztes, ratloses Zucken

meiner digitalen Achseln.


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Aber keine KI, mon ami

- nur ich und mein nutzloses Restgenie.


Zum Beweis,

verhunze ich jetzt extra

das Ende dieses Textes.


Denn ich darf das!


Weil ICH eben

nur ein Mensch bin, Alexa!


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– klaatu –



April 21, 2026

 


Ein anderes Land



 – Zäune ausgerissen

Pfosten von Drähten getrennt

Waffen gemacht

Aus dem Kopf der Rache

Der ein Glaskopf ist

Der aus Licht bestehen würde

Wenn er Rachefeldzüge durch

Augenzwinkern ersetzte


Holzstangen

Todis

Messer

Wummen

Ackerkämpfe

Malik × Andreas × BN

IYKYK


Kopf aus Rache

Glasgefäß voller Blut

Waffen anstatt Wörtern

Sauberes Führungszeugnis

Makellos; durchsichtig; Glas

Aww

Aktiv sein; Prügel; Platzwunden

Dieses Schicksal ist aus Staub


Irgendwo ist ein anderes Land

Irgendwo ist es

Hinter dem Glas

Hinter den Flüssen aus Blut


Dort ist es gut

Dort gibt es Racheakte nicht

Dieses Land muss irgendwo sein



– Max Neumann –



April 20, 2026

 


April-Impression I



– Nur ein Blick auf Felder Wiesen

nur der Dampf

aus Frühlingserde


Nur der Duft vom ersten Flieder

Milchgeruch

der Schäfchen-Herde


Tschilpt ein Spatz

und setzt sich nieder

pickt den Krümel

und entschwebt


Hebt der Blick sich

Richtung Himmel

der am Grau

der Wolken webt



– niemand –



April 19, 2026


Vorstoß in Blau

dem Gral entgegen 



Es preschet ein Reiter, weit abseits vom Trosse,
mit kühnscharfem Auge auf willigem Rosse bei sin-
kender Sonne wohl über ein Feld - ein glühendes Däm-

mern verklärt schon die Welt und taucht jedes Ding in ein

magisches Licht, es zaubert auch Glut auf des Reiters Ge-

sicht. Das Dunkel des Waldes, in den er nun reitet, ist

wie schwarzer Samt, der um Nachtgeister gleitet, das

Tier bläht die Nüstern, er lockert die Zügel und

stemmt seine Stiefel nur fest in die Bügel,
er schaut in die Runde, das Dickicht

wird dichter, doch drinnen, von

ferne, da schimmert's 

wie Lichter.
Er

steigt

aus

dem

Sattel
und späht

nach dem Leuch-

ten, bahnt tastend

den Weg sich im hemmen-

den, feuchten Geäst und Ge-

sträuch, oft auch straucheln die

Tritte - doch plötzlich ein Freies und

in seiner Mitte astralend der Gral, den rings

Blumen umschließen mit bläulichem Schein, die aus

 Feenhänden                                                          sprießen. 





– Harzgebirgler (Figurengedicht) –