März 07, 2026



Naturerlebnis



 – Ich sitze einsam an dem Feuer
An dem ich Wildgemüse grille
Mein Leben ist ein Abenteuer
Ein Vogelschrei durchbricht die Stille

Gar bald umfängt mich Dunkelheit
Doch hält die Wildnis mich noch wach
Verliere das Gefühl für Zeit
Wie lieb' ich diese Weite, ach!

Dann sehe ich ein blaues Licht
Von einem schicken Streifenwagen
Man fand mich laut dem Dienstbericht
Im Stadtpark, in den Grünanlagen



 – Volker Teodorczyk – 


März 06, 2026



im Straßencafé



– im Straßencafé
jeder für sich
ein paar Menschen mittleren Alters
die Hände gelegentlich
mit Umrühren beschäftigt
und die Gesichter
graue Blüten
der Sonne zugewandt



– Christian Fechtner –


März 05, 2026



Zwei Gärten



 – Auf den getrimmten Rasenmatten

steht eine Tafel, weiß gedeckt,

und Gäste, zahlreich, wie geleckt,

dinieren vornehm und im Schatten.


Man klopft ans Glas, man redet sinnig,

ein kühner Scherz, ein Witz mit Bart,

und auch der Garten säuselt zart

mit Duft und macht die Liebe innig.


Da tritt ein Häusler, frisch geschieden,

in seinen Garten, düngt mit Mist -

und was herüberweht, zerfrisst

das Perlenweiß im Hochzeitsfrieden …



– gummibaum –



März 04, 2026



Licht



 – vorfrühlingssonne kämmt

den durchscheinenden wald

schwebt still über den feldern

und haucht den duft

des blühenden spätwinters

über unendliche stauseen

von gelbem licht



– Hans Herrmann –



März 03, 2026



Pyramiden



 – Bin schon lange tot

Kam bloß zurück

Auf diese Straßen

Wo es begann

In roten, leeren Pyramiden


Pyramiden in den Augen von Fremden

Den Schluchten von Alleen


Dort standen die Pyramiden

Nur ich konnte sie sehen

Kein anderer Mensch

Leere, rote Pyramiden


Sie flüsterten Tod

Und dufteten nach Glück

Liebe und Erfüllung


Doch es waren rote Pyramiden

Leere Pyramiden

Die Geheimnisse in sich einsperrten


Pyramiden mit dem Duft nach Glück

Darum kam ich zurück

Wegen der Pyramiden

In den Schluchten der Alleen

Den Augen Fremder



– Max Neumann –



März 02, 2026



Rauch



 – Im Keller sitzen

Geister.


Im Kamin

steigen sie auf.


Tapeten halten sie verdeckt.


Im Windfang

faulen sie

zur Begrüßung.


Im letzten Stock

weinen sie

aus grünen Wänden.


Auf dem Dach

brennen

ungetragene Flügel.



– ubertas –



März 01, 2026



Allein



– Liebster, heut um Mitternacht

Da wars mir so, als wärn die Sterne

Dir näher noch als gestern

 

Hab darüber nachgedacht

Und weißt du was? Ich tät so gerne

Mit all den Sternenschwestern

 

Droben wachen über dich

Auf schwarzem Samt behutsam funkeln

Kometen für dich lenken

 

Traumesleise würde ich

Den Mond mit Wolkenflor verdunkeln

Und reinen Schlaf dir schenken

 

Später aber, Liebster mein,

Flög ich mit Wind und Eulenflügeln

Durchs Tal zu frühlingsbunten Hügeln

Und schlief wie du. Ganz tief. Allein.



 – Andrea M. Fruehauf –