apfelklau
ich
dachte ich
erwisch ihn
beim apfelklau
aber erst als er
sich umdrehte
und verneigte
vor dem baum
war ich verliebt
ging ich ihm nach
fing ich ein blatt
– Rachel –
I.
Die erste Strophe
ist natürlich dir gewidmet,
weil du dich sowieso
immer angesprochen fühlst.
II.
Die zweite Strophe
ist ganz allein für dich,
damit du nicht
wieder jammern musst,
dass alle anderen
mehr bekommen als du.
III.
Diese Strophe hier
habe ich extra
FÜR DICH RESERVIERT.
Bei einer einmaligen Zahlung
von nur 299,99 €
erwähne ich DICH namentlich
und widme DIR
eine ganz persönliche Botschaft.
IV.
Die vierte Strophe
widme ich dir lieber freiwillig,
da sonst zu befürchten ist,
dass du sie dir
mit Gewalt nimmst.
V.
Weshalb ich dir
die fünfte Strophe
auch noch widme,
weil dir eine einzige
nicht reichen wird.
Ich kenne dich doch.
VI.
Die letzte Strophe
widme ich mir selbst
- habe ich auch mal verdient.
– klaatu –
( Fatras )
– Die Welt fand, dass ein Pärchen
die reinste Freude war.
Die Welt fand, dass ein Pärchen
zumindest für ein Jährchen
das Zeug besaß zum Paar,
doch im Verlauf vom Märchen
fraß ihm vom Kopf die Härchen
ein Hund und an der Bar
soff er nur Sekt sogar.
Statt Beifall sangen Lerchen
so stubenrein und klar,
dass es sie einzupferchen
die reinste Freude war.
– FrankReich –
– Wir fütterten es
mit kleinen Zugeständnissen.
Zuerst fraß es nur
ein Wort vom Tisch,
dann einen Namen
aus dem Telefonbuch.
Wir sagten:
Es wird schon satt werden.
Doch nachts wuchs es
durch die Wände,
legte sein Ohr
an jedes Schlafzimmer
und soff den Schlaf
aus unseren Mündern.
Am Morgen fehlte wieder jemand.
Wir rückten die Stühle zusammen,
damit die Lücke
kleiner aussah.
Als es schließlich
unsere Kinder beschnupperte,
schlossen wir die Tür
von außen.
– Chandrika Wolkenstein –
– herr es ist zeit
der sommer war sehr heiß
äpfel fielen unreif von den ästen
buchen stehen reihenweise dürr
und was übrig blieb von grünem leben
wartet blass und zag darauf
dass die glut sich endlich mildert
gib uns regen gib uns herbst
und lasse zu dass vielleicht
ein kleines restchen süßer saft
in den trauben golden reift
und ein fetzchen fettes blau
aus den zwetschgenbäumen lacht
– hans herrmann –
– Wie ein Gespenst aus alten Zeiten
taucht sie plötzlich vor mir auf.
Lag unbeweglich auf dem Grund,
als ich über sie hinwegschwamm.
Ihre klugen Augen folgen mir,
und gelassen dreht sich der Kopf
in meine Richtung,
beobachtet den Störenfried.
Welche geheimnisvolle Ruhe
strömt vom riesig großen Panzer
auf mich zu.
Aus Jahrtausenden erwacht,
den Traum nicht abgeschüttelt,
weigert sie sich, durch die Bewegung
in der Gegenwart zu sein.
Sie erscheint mir wie ein Wunder,
wie ein Besuch aus anderen Zeiten,
wie die Begegnung mit lebendiger Geschichte.
Es fiel mir schwer,
sie ihrer Einsamkeit zu überlassen
und meine eigene
am Strand zurückzuholen.
– Karl Günther Schultze –