August 16, 2026



Max und seine Freunde


( Klapphornverse )



I

Zwei Freunde waren ziemlich down,

dann spielte Max den Zirkusclown

und hat ein bisschen Spaß gemacht.

Ricardo hat sich totgelacht.

  

II

Zwei Freunde wahrhaft kühner Taten

versuchten sich als Akrobaten.

Das Netz fing Kevin-Lukas auf,

doch Max fiel mit Karacho drauf.

  

III

Zwei Freunde stählten ihre Nerven

und übten sich im Messerwerfen.

Just wünschte Jan, Max würfe besser,

da warf der schon das letzte Messer.

  

IV

Zwei Freunde haben ungeniert

die Löwin Leonie dressiert.

Bei Max gehorchte sie zumeist,

bloß Patrick wurde gleich verspeist.

  

V

Zwei Freunde namens Max und Hein

jonglieren nun auf einem Bein,

denn Hein hat leider nur noch eins

und Max am Ende keins.



– Didi.Costaire –



August 15, 2026



Florida-Mann



***


 – In den Mangroven,

wo sie magische Bohnen züchten,

werfen die Eingeborenen mit Bierdosen

auf Amazondrohnen.


Auch ich will mal

fremden Katzen

Halbglatzen rasieren;


meine eigenen Finger

panieren und frittieren,


dann den Hodensack

in Salsa dippen


und mir die Kippen

im Augapfel

ausdrücken!


Selbst getasert,

es wird passieren ...


***


Das ist die

schleichende

Floridarisierung

des Abendlandes.


Bald ist die ganze Welt

geformt wie ein

syphilitisches Gehänge.


Allrad-Alligatoren

kommen langsam

in die Gänge.


Mitten im Gedränge

bringen Opis auf Opium

einander um


die Ecke


&


ich beflecke

mich selbst

auf offener Straße,


während ich

mit der Shotgun auf

herannahende Hurrikans schieße.


Ein nimmermüdes Hasten

inklusive spastischer

Gesichtsverrenkungen


im Namen des Herren.


Der schlimmste Superheld

der westlichen Welt.


***


Mit meiner,

von Aliens entführten,

Amphetamin-Attitüde


- und entblößtem Geschlechtsteil -


regele ich den Verkehr, weil


JESUS CHRISTUS PERSÖNLICH

ES MIR BEFOHLEN HAT!!!


Dann liefere ich mir eine

Golfcart-Verfolgungsjagd

durch den örtlichen Walmart,


um die Ehre

meines Waschbärweibes

wiederherzustellen.


Ich bin

kein normaler Spinner, nee

- sondern Darwin-Award-Gewinner

in spe.


Schließt euch mir an,

ich bin der Florida-Mann!


***



– klaatu –



August 14, 2026



Lass uns



 – Lass uns lieben,

lass uns betrunken.

Ohne T-Shirt, ohne Hosen.

Lass uns die Illusion,

die keine ist.

Lass uns tauchen,

kopfüber springen.

Lass uns aneinander fühlen

bis auf den Grund.

Lass uns die Augen.

Lass uns offen

wie wir es nie waren.

Lass uns sein.



– ubertas –



August 13, 2026



Camouflage


( Fatras )



Ein alter Clown lacht dreckig,
den Horizont im Blick.

Ein alter Clown lacht dreckig,
die Erde färbt sich scheckig,
sie schwebt bereits im Trick
des Clowns. Sein Hut ist eckig,
sowie die Kleidung speckig,
doch dank Pupillenknick
wirkt er moralisch chic.
Die Stimmung schreitet geckig
voran, die Luft wird dick,
doch irgendwie auch fleckig,
den Horizont im Blick.



– FrankReich –



August 12, 2026

 


dämmerung



 – im sanften strahlen eines südlichen tags

umwindet dich demütiges staunen

in die trägheit der kreise spinnt das vielauge

die erste ahnung von herbst

du blinzelst sonnentränen auf sein werk

und lächelst wehmut

in die schwünge des regenbogens

eine gelassenheit flüstert

ich bin richtig, ich bin genug.

während sich feuchtgrüner atem

mit dem flirren schlanker flügel duelliert


im nördlichen schatten

begreifst du eine erinnerung

an gewesene sommer

und folgst dem ruf der flur

zurück in die schüchternen blicke des mondes

sie entführen dich ins morgenland

nur die vielbeinige verbleibt im zwielicht

wo sie das leben am nullpunkt

verträumt



– Marcus Sommerstange –



August 11, 2026



Fremdkörper



 – Die Hügel liegen da

wie die Knöchel einer Hand,

die unter der Erde wartet.


Wurzeln ziehen

unter dem Gestein

die Sehnen straff.


Unter ihren Nägeln

eitert Plastik.


In ihren Gelenken

knirscht Metall.


Durch ihre Adern

pocht Öl

schwarz gegen das Herz.


Die Finger krümmen sich

so langsam,


dass über ihnen

Gras weiter wächst,


während tief darunter

ein Schlag

Geduld lernt.



 Chandrika Wolkenstein –





August 10, 2026



Im Saal sechshundert



 – Im Saal sechshundert sitzt, in grauer Jacke,

der letzte Schluck von einem Reichsmarschall.

Die Leinwand zeigt die Bilder der Baracke,

er hört nicht hin. Es ist nicht mehr sein Fall.


Er sagt es Gilbert, abends, in der Zelle:

das Volk will keinen Krieg, in keinem Land.

Doch dass es folgt, ist keine Kunst, die Schwelle

ist niedrig, und das Werkzeug liegt zur Hand.


Man meldet nur, das Land sei angegriffen,

das wirkt in Reich und Rat und Republik,

ein Handgriff, über Jahre eingeschliffen:

wer fragt, verrät. So einfach ist der Trick.


Er starb durch Gift, bevor die Stricke fielen,

das Urteil traf den Wahn und die Gestalt.

Er schleicht durchs Land, um wieder zu erzielen,

was einst gelang: das Nicken für Gewalt.



– seefeldmaren –