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Oktober 22, 2025



Lebenswandel 


(Schüttelreime)


– Kernig war ich meist und forsch,

heute bin ich feist und morsch.

Wenn mit meinen ollen Sechzig

Dinge laufen sollen, ächz ich.

  

Mir gefällt's, mich hinzusetzen

statt ganz ohne Sinn zu hetzen.

Bloß zur Faulheit steh ich Erbe

der Flaneure (eh ich sterbe).

  

Doch man rät mir: »Biege deine

Muskeln, Sehnen, die Gebeine!

Mach es immer wieder, gleich,

so nur bleiben Glieder weich.

  

Aktiviere die Gelenke!«

Weil ich an die Liege denke,

bilde ich den Reim zur Hast

und der lautet: Heim zur Rast.

  

Selten soll ich feiern, buttern,

niemals wie die Bayern futtern,

lieber täglich Möhrchen essen

und's Gewicht samt Öhrchen messen.

  

Nun, ich mag's mit Fetten lieber

und bin im Buletten-Fieber,

trinke gern auf Festen Bier,

eins zwei drei, am besten vier.

  

Seit den frühen Jugendtagen

kann man mich mit Tugend jagen.

Aber halt mal, war nicht gar ... ?

Vieles hier ist gar nicht wahr.



– Didi.Costaire –



Juni 03, 2025

 


Die Wikingerin 

an ihre Tochter 


(Schüttelreime)



 – Mein Kind, hör deine Mutter weise lallen:

Du sollst zum Traualtare leise wallen.

An unsern Ufern sind zum Bersten Esten,

darum erwähle nicht den Ersten Besten.

 

Wenn übers weite Meer die Kelten segeln,

dann gehen sie vermutlich selten kegeln.

Drum pflanze niemals eines Kelten Samen,

weil die zur Reife hier sehr selten kamen.

 

Ein Jüngling muss mit alten Schweden ringen,

sonst darf er keine großen Reden schwingen.

Doch kann ein Held im heilgen Lande siegen,

darf niemals rastend er im Sande liegen?

 

Wohl ihm, spricht er dereinst im Hünengrabe:

"Wie schön, dass ich ein Grab im Grünen habe."

Getrost ins Totenreich dann reist er. Geigen

begleiten ihn zu holder Geister Reigen.

 

Dann liegts an dir, das Haupt dir kahl zu scheren,

die Stube mit dem schönsten Schal zu kehren.

Verzage nicht, fehlt dir der weiche Gleiter -

denn mit dem nächsten geht das Gleiche weiter.

 

Wenn deine Augen trüb in Tränen schwimmen,

so kannst du dich beim Bad mit Schwänen trimmen.

Nur solltest du dich keiner Norne zeigen,

sie könnte nämlich leicht zum Zorne neigen.

 

Die Zeit kann freilich alle Wunden heilen,

doch darfst du nicht zu oft bei Hunden weilen.

Man kann ja nicht von allen Rüden sagen,

dass ihre Schweife stets nach Süden ragen.



 – Cornelius –