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Februar 27, 2026



Aus dem Tagebuch 

eines Quastenflossers



 – Wie schön, am Sockel der Komoren

verträumt ins tiefe Blau zu blicken,

wo alle Uhren langsam ticken.

Hier lässt die Welt mich ungeschoren.


Welch Hochgenuss, herum zu dümpeln

und mich mit schicken Flossenquasten

am Meeresgrund entlang zu tasten.

Was soll ich in Gezeitentümpeln?


***


Ein Oktopus hat mir geschrieben

(noch tintenfeucht ist sein Gekrakel):

«Mein Lieber, Kiemen sind ein Makel.

Wir sind schon weit zurückgeblieben.


Die Kunde ist zu mir gedrungen:

An Land, da wimmelt es von Lurchen,

die träge durch die Sümpfe schlurchen.

Wer auf sich hält, der hat jetzt Lungen!»


***


Die Meldung heute: «Es wird hektisch.

Der Himmel braust von Fittichen

von Adlern, Tauben, Sittichen.

Ein Dodo gilt schon als eklektisch.»


***


Der Krake depeschiert mir eben

mit sehnigem Tentakelpinsel:

«Nicht weit von hier auf einer Insel,

da soll es jetzt Lemuren geben.»


***


Und heut beeilt er sich zu schreiben:

«Ein Klumpen Lehm ist Mensch geworden

und schon beginnt das große Morden.

Wir sollten wohl hier unten bleiben …»



– Cornelius –