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Februar 20, 2026



Mitternachts Tango



 – Ein Vollmond fließt zum Fenster rein,

kriecht hoch hinauf zur Decke.

Dort wickelt er, mit Charme & Schein,

die weiße Kugelleuchte ein,

wovor ich fast erschrecke.


Umwirbt, wenn auch recht ungesund,

das aufgeblas’ne Ding – 

mir dünkt als ob, durch Glases Rund,

der Dickwanst Feuer fing.


Ich geh und suche, leicht verstört,

mir Hilfe gleich bei Google:

Hat wer von Mondes Flirt gehört

mit einer Deckenkugel?


Nicht einer, der sich äußern will

zu dem, was ich gesehen.

Und meine Kugel? Hängt steril,

lässt Mondes Tanz geschehen.



 – niemand –



Januar 26, 2026



Erster Krokus

schon im Fokus


(Bild Wikipedia)



Viel zu früh und viel zu klein,

drängt die grüne Spitze

– fast zu nah am Mauerstein –

aus des Bodens Ritze.


Zeigt sich täglich etwas mehr,

harrt nicht Blauer Bänder

eines Frühlings. Stellt sich quer –

pfeift auf den Kalender.


Gestern noch ein kleiner Dorn,

in des Beetes Narbe,

steht er heut viel offner. Vorn

ahnt der Blick schon Farbe.


Voll ins Freie drängt‘s den Wicht

– nichts hält ihn am Zügel –

zittert zwar im Winterlicht

noch, wie Elfenflügel,


doch ihm raubt den Lebensmut

weder Wetters Laune,

noch Kalenders Zahlen-Wut.

Komme, Mensch und staune.



– niemand –



Januar 16, 2026



Auferstehen



 – Wenn sich die Welt

aus Winters Hülle schält

nicht mehr gezwungen wird

sich so gestählt zu geben


Wenn wieder Leben

in die Bäume fährt

und keine Schneewolken

am Himmel kleben


Der Kranich wiederkehrt

um zu stolzieren

an Gräben

deren Wasser

nicht mehr frieren


Der Sonne Lächeln sich

ins Blau ergießt

der Krokus aus dem Rau

des Bodens sprießt


Was welk war

neu sich in Potenz erhebt

dann weiß der Mensch

der Lenz ist da -


und lebt



– niemand –



Dezember 27, 2025

 


Alles noch da?



– Ich beiß vor Wut noch in den Tisch,

es ist zum Mäusemelken,

mein Inneres scheint blütenfrisch –

doch außen blüht mein Welken.


Das Herz schlägt unverbraucht und jung,

es fühlt sich ohnegleichen

bereit zum Hoch- und Seitensprung.

Mein Gang nur noch zum Schleichen.


Mein Können hätte diese Welt

gern hier und da beflügelt,

doch wird, in Körpers Haft gestellt,

sein Genius stark gezügelt.


Klar wie Kristall agiert mein Hirn.

Grad wirkt es wie besessen,

als suche es in meiner Stirn.

Wonach? Ich hab‘s vergessen!



– niemand –



Dezember 21, 2025



Quak … Quak …



 – Caro Gans und Arro Ganter

waren einst ein Liebespaar.

Zu erinnern wie galant der

Arro Ganter einmal war,

fällt der Caro etwas leichter,

seit sie weiß, dass dessen Glück

mit der Ente, namens Bente,

seichter wird und Stück für Stück

sich verflüchtigt Stund um Stunde,

weil der Nachwuchs, den die hegt,

sie recht stark an die profunde

Mutter-Pflichten-Kette legt.


Arro fühlt sich kaum verpflichtet,

Bente etwas beizustehn.

Seit er eine Schwänin sichtet,

lebt in ihm ein neues Flehn,

lodert hitzig ein Verlangen

nach erneutem Höhenflug,

denn von Bentes Kummer-Wangen

hat der Ganter längst genug.


Und so steht, als stummer Rufer,

an dem Ufer und verzehrt

sich das Manntje heiß nach Svantje,

blütenweiß und unversehrt.

Keine Bange, nicht mehr lange,

und sie kommen nicht umhin,

um den Schmarren sich zu paaren

dort am Ufer, lohend grün.


Und die Caro hegt ein Hoffen,

dass das Ganze lang nicht währt.

Noch ist Arro stark besoffen

von der Liebe, doch das Schwert

der Alltäglichkeit, das baumelt

über beiden. Allenfalls

straft den Arro bald, hofft Caro,

Svantjes all zu großer Hals.



– niemand –



Dezember 15, 2025

 


Dachtänzer



 – Leise schleicht ein Pantomime,

schleicht sich vorwärts, auf dem Dach.

Ob sich solch ein Schleichen zieme?
Drüber denkt man doch nicht nach,

wenn man einen lecker Happen,

durch ein Schnappen haben kann.

Na, da hält man doch die Bappn
und pirscht sich genussvoll an.

Und der Happen dreht den Rücken

jenem Schleicher auch noch zu

(sowas muss man einfach pflücken!)
dabei singt das Tirilu

noch ein Liedchen frei nach Noten

welches es allein nur spürt.

Listig strecken sich zwei Pfoten –
Flatter, husch! Aus! Angeschmiert!

Vogel weg mit Brief und Siegel!

In dem Ohr noch den Gesang,

rutscht auf glatten Daches Ziegel
Richtung Erde was entlang.

Vorsicht, beim Herunterschweben,

Kater, dass da nicht was bricht!

Die besagten «Sieben Leben»

sind im Grund nur ein Gerücht!



 – niemand –



November 11, 2025



Unmut der Baumfrauen



 – Die Köpfe schon fast licht

stehn alle dicht an dicht

als ob da etwas

zu besprechen wäre


Vielleicht ein Pläuschchen

über Wald-Frisöre

und deren fragwürdige Zunft?


Entgegen der Vernunft

ließ man sich gestern Strähnchen färben

von einem derben Lümmel


Heut hört vom hohen Himmel

man Vögel lästern:

Vorbei ihr Waldes-Schwestern

ist wohl das Träumen


Die Haarpracht schwindet

je mehr es windet –

bald ist sie hin


Macht wenig Sinn

sich aufzubäumen!



– niemand –