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Dezember 27, 2025

 


Alles noch da?



– Ich beiß vor Wut noch in den Tisch,

es ist zum Mäusemelken,

mein Inneres scheint blütenfrisch –

doch außen blüht mein Welken.


Das Herz schlägt unverbraucht und jung,

es fühlt sich ohnegleichen

bereit zum Hoch- und Seitensprung.

Mein Gang nur noch zum Schleichen.


Mein Können hätte diese Welt

gern hier und da beflügelt,

doch wird, in Körpers Haft gestellt,

sein Genius stark gezügelt.


Klar wie Kristall agiert mein Hirn.

Grad wirkt es wie besessen,

als suche es in meiner Stirn.

Wonach? Ich hab‘s vergessen!



– niemand –



Dezember 21, 2025



Quak … Quak …



 – Caro Gans und Arro Ganter

waren einst ein Liebespaar.

Zu erinnern wie galant der

Arro Ganter einmal war,

fällt der Caro etwas leichter,

seit sie weiß, dass dessen Glück

mit der Ente, namens Bente,

seichter wird und Stück für Stück

sich verflüchtigt Stund um Stunde,

weil der Nachwuchs, den die hegt,

sie recht stark an die profunde

Mutter-Pflichten-Kette legt.


Arro fühlt sich kaum verpflichtet,

Bente etwas beizustehn.

Seit er eine Schwänin sichtet,

lebt in ihm ein neues Flehn,

lodert hitzig ein Verlangen

nach erneutem Höhenflug,

denn von Bentes Kummer-Wangen

hat der Ganter längst genug.


Und so steht, als stummer Rufer,

an dem Ufer und verzehrt

sich das Manntje heiß nach Svantje,

blütenweiß und unversehrt.

Keine Bange, nicht mehr lange,

und sie kommen nicht umhin,

um den Schmarren sich zu paaren

dort am Ufer, lohend grün.


Und die Caro hegt ein Hoffen,

dass das Ganze lang nicht währt.

Noch ist Arro stark besoffen

von der Liebe, doch das Schwert

der Alltäglichkeit, das baumelt

über beiden. Allenfalls

straft den Arro bald, hofft Caro,

Svantjes all zu großer Hals.



– niemand –



Dezember 15, 2025

 


Dachtänzer



 – Leise schleicht ein Pantomime,

schleicht sich vorwärts, auf dem Dach.

Ob sich solch ein Schleichen zieme?
Drüber denkt man doch nicht nach,

wenn man einen lecker Happen,

durch ein Schnappen haben kann.

Na, da hält man doch die Bappn
und pirscht sich genussvoll an.

Und der Happen dreht den Rücken

jenem Schleicher auch noch zu

(sowas muss man einfach pflücken!)
dabei singt das Tirilu

noch ein Liedchen frei nach Noten

welches es allein nur spürt.

Listig strecken sich zwei Pfoten –
Flatter, husch! Aus! Angeschmiert!

Vogel weg mit Brief und Siegel!

In dem Ohr noch den Gesang,

rutscht auf glatten Daches Ziegel
Richtung Erde was entlang.

Vorsicht, beim Herunterschweben,

Kater, dass da nicht was bricht!

Die besagten «Sieben Leben»

sind im Grund nur ein Gerücht!



 – niemand –



November 11, 2025



Unmut der Baumfrauen



 – Die Köpfe schon fast licht

stehn alle dicht an dicht

als ob da etwas

zu besprechen wäre


Vielleicht ein Pläuschchen

über Wald-Frisöre

und deren fragwürdige Zunft?


Entgegen der Vernunft

ließ man sich gestern Strähnchen färben

von einem derben Lümmel


Heut hört vom hohen Himmel

man Vögel lästern:

Vorbei ihr Waldes-Schwestern

ist wohl das Träumen


Die Haarpracht schwindet

je mehr es windet –

bald ist sie hin


Macht wenig Sinn

sich aufzubäumen!



– niemand –



November 06, 2025



Sommerschatten



 – Die Zeit müht sich, fast ungebrochen,

vom Sommerbild was hier zu lassen –

als hätt sich dessen Geist verkrochen

im Baum, im Strauch, auf Feld und Straßen,

geht sein Verblassen kaum voran.


Hier etwas Grün, dort ein paar Blumen –

es ist noch ein Volumen da.

Es liegen hier und da noch Krumen

von einer Zeit die nahrhaft war.


Es fliegen hier und dort noch Federn

von Wettermüden die den Süden

zur Vogelheimat längst erkoren.

Bald wird ein Frost die Landschaft rädern,


doch jetzt –

jetzt scheint noch nichts verloren.



– niemand – 



November 02, 2025



Zwischen Theorie und Praxis 
liegt eine Galaxis



 – Hach! Wie lebt es sich im Grünen,

fern von Unrat, Stadt und Müll,

hier ein Wäldchen, dort paar Dünen

und das vage Mehr-Gefühl.


Hier kann keinem was passieren -

hier in solchem Dorf-Idyll,

kann man theoretisieren.

Käm die Praxis auch ins Spiel


wüchs ein Mehr, auf alle Fälle,

schnell zur Welle oder Flut,

merkte man, das Ideelle

ist nur theoretisch gut.


Darum hält man von der Pelle

sich ein Mehr doch lieber und

gibt sich alles Ideelle

per Gedanken nur und Mund.



– niemand –



Oktober 16, 2025



Geierstunde



 – Es sitzen ein paar Geier

und warten auf ein Aas -

manch einer tut als sei er

was ganz Besondres! Was?


Der Hunger aufs Zerreißen,

der steigert sich enorm -

hat einer nix zum Beißen,

kommt leicht er aus der Form.


Man braucht was auf die Gabel,

ein „Nicht vorhanden“ nervt.

Zuweilen wird ein Schnabel,

schon hier und da geschärft.


Und dann geschieht ein Wunder,

ein Aas fällt rasch hinein.

Die Freud kommt auf, profunder

könnt eine Freud kaum sein.


Man reißt das Aas in Stücke -

ein jeder Geier hofft,

dass ihm der Groß-Biss glücke,

wenn nicht, wird drum gezofft.


Bald ist das Aas verschwunden,

in Bäuchen, kugelrund,

doch schon, nach ein paar Stunden,

hofft man aufs Neue …


Und ...



– niemand –