September 03, 2026



Die Seichtigkeit des Leins


( Sonett )



 – Im stillen Talgrund, wo das Bächlein rieselt,

die Vöglein in den Zweiglein tirilieren

und Rehlein tanzen, wenn der Regen nieselt,

verführt es mich bisweilen zum Sinnieren:


Was mag die Menschheit unwillkürlich drängen,

an alles Edle, Schöne hier auf Erden

dies schnöde «Lein» so kindisch anzuhängen?

Soll dadurch unser Dasein froher werden?


Für mich kommt derlei nicht mehr in die Tüte,

seit ich versteckt ein Blümelein erblickte:

Ein Lein mit taubenetzter blauer Blüte,

die, schien es mir, verständnisinnig nickte.


Es war, als seufze dieses Blümlein kläglich:

Die Seichtigkeit des «Leins» sei unerträglich ...



– Cornelius –