April 26, 2026



 der Demolition Man


ist einer, der sich endlich mal was traut

hier durchgreift, aufräumt, sich um Ordnung kümmert

der alles was im Wege steht, zertrümmert

vor allem wenn man uns vom Teller klaut


die allerbesten Häppchen (also seine)

da wütet er, bis sich die Balken biegen

und bleibt kein Fakt auf einem andern liegen

begräbt der Stall beim Einsturz … arme Schweine


wo Unrecht weilt, erscheint er als Befreier

und wirft sich wie Godzilla in die Schlacht

erst fliegen Bomben, dass die Börse lacht

dann wieder Korken auf der Siegesfeier


er fing bescheiden an, mit einem Haus

(ein altes weißes, völlig démodé)

Gesetz, Verträgen, Booten auf der See

dem Napf der nimmersatten Kirchenmaus


bis er begriff, er könne ‚Großes' wagen

und demoliert seitdem (wo es sich lohnt)

so ziemlich alles und wohl bald den Mond

selbst Tempel, die nicht seinen Namen tragen


die Liste seiner Taten füllen Bände

was immer seine Hand berührt … muss sterben

was er noch vorhat? Chaos, Schutt und Scherben

und auch ein Armageddon, ganz am Ende



– Dirk Tilsner –