April 08, 2025



 Haukes Land 



– wenn Nacht sich über Deiche legt
wo grade noch im Lichtgewand
ein Himmel tausend Farben trug 
und schleichend mit der Zeit verschwand 

die Stille summt, mit ihr der Wind 
der nicht mehr durch die Gräser streift 
die Schafe wandern dämmerwärts 
bis Dunkelheit nach ihnen greift 


– Morphea –




 Kartoffeln



 – Du weißt ja, um Kartoffelklöße,

Da macht man allerhand Gerödel,

Und auch um schlichte Hefeknödel

Gibt es erstaunlich viel Getöse.


Am liebsten esse ich Kartoffeln!

Sie schmecken stets, ganz unbestritten,

Gekocht, gebraten und als Fritten!

«Potatoes first!», bekenn' ich offeln. 



 – Fritz Pfeiffer –



April 07, 2025



Ausgetauscht



 – Zur Tafel ging mein Schülerblick

und streifte dabei deine Haare.

Er brachte Kreideweiß zurück,

doch ohne das in Strichen Klare.

 

Ich schrieb umnebelt aufs Papier,

was Worte oder Zahlen waren,

doch meine Tinte sprach von dir

und deinen tintenschwarzen Haaren …



– gummibaum –



April 06, 2025



 Schatten im April



 – Am Himmel treiben Daunen,

die Sonne kommt und geht,

und nach des Schicksals Launen

verschwindet und entsteht


mein schweigender Begleiter,

der alles macht wie ich,

als Freund und Wegbereiter

am Boden kriecht für mich.


Er lässt sich gleich entdecken

im milden Frühlingslicht. -

Doch probt es sein Verstecken,

so finde ich ihn nicht …



 – gummibaum –



April 05, 2025



 Das Grinsemännchen



 – Das Grinsemännchen geht umher,

sein Grinsen ist spektakulär,

geht irgendetwas in die Binsen,

sucht es als heil es zu ergrinsen.


Es grinst den Aufprall aus dem Sturz,

das lange Elend grinst es kurz,

es grinst die tiefste Tiefe seicht,

das Schwerwiegende grinst es leicht.


Es grinst, was mächtig ist und groß,

auf runter und bedeutungslos.

Grinst Tropfen aus dem Regenschauer,

zuweil‘n auch Tränen aus der Trauer.


Es grinst ein Schlecht in jedes Gut,

die Feigheit grinst es in den Mut,

grinst stets ein Zwecklos in den Zweck.

Ich hoff‘, es grinst sich selbst bald weg!



 – niemand –



April 03, 2025



Der heilsame Ort



 – Mein Zoo hat schattig kühle Wege

und felsig wilde Freigehege.

Reptilien, Vögel und Primaten,

und neuerdings auch Potentaten,

genießen allerbeste Pflege.


Schimpanse, Donald und Gorilla

bewohnen eine Käfigvilla,

in der auch Xi und Kim logieren,

und Orang-Utans dominieren.

Doch reicht als Wärter ein Chinchilla.


Die Mischung macht’s. Das zarte Lausen

der Affen hat die Herrscherflausen

im Fell der heiklen Potentaten

entspannt, und sie sind gut geraten:

Man schaukelt, um nicht aufzubrausen.


Auch Recep drängt mich nun schon länger:

«Wo bleibt mein Potentaten-Fänger?»

Und Wladimir ist wie von Sinnen,

weil wir die Treibjagd nicht beginnen. –

Mein Zoo ist groß, doch es wird enger …



– gummibaum –



April 01, 2025

 


Aprilscherz


 – hören >>


 – Verschwitzt hast du in meinem Bett gelegen,

Und neben dir lag eine Eintrittskarte,

Ich sah dich links den dicken Zeh bewegen,

Worauf der alte Fensterladen knarrte,


Sich langsam öffnete und offen blieb,

Dein Schatten huschte wehend aus dem Fenster

Und rief zurück: «Huhu, ich hab dich lieb!»

«Ich liebe, wenn es sein muss, auch Gespenster»,


Gab ich dir zu verstehen, «aber ja,

Vor allem die, wie du, mit Eintrittskarte!»

Da war das Ding besprochen und geschah.

(Wobei der alte Fensterladen knarrte.)



 – Peter Welk –