Standort
– dort der Zaun
da der Kirschbaum
dazwischen du
hier die Sträucher
talwärts die Weiden
dazwischen ich
jenseits des Mondes
über den Wolken
inzwischen wir
– tulpenrot –
– Unter einer Brombeerhecke
wohnt der Schneck mit seiner Schnecke,
wohnen nicht im gleichen Haus,
gucken aus zwei Häusern raus,
kriechen in die Morgenluft,
angelockt vom Brombeerduft,
da der Schneck, so schnell er kann,
Schnecke dort, bleibt an ihm dran,
kriechen beide schneckenschnell,
Sonne macht die Hecke hell.
Tag vergeht. Dann kommt die Nacht,
ganz aus Brombeerduft gemacht,
Duft kommt näher in der Hecke,
Schnecke schafft die Kletterstrecke
vor dem Schneck, klebt zwischen Blättern,
Schneck hat noch‘n Stück zu klettern.
– Peter Welk –
– Es hat der Mensch den Drang sich zu bewegen,
er sucht im freien Raum das ganze Sein,
der eine will sich zu der andern legen,
ein andrer steigt in Kunstmuseen ein,
die eine joggt um stille Ententümpel,
die andre träumt sich weg im Dachgerümpel,
dann kommt der Tag, sich in ein Grab zu legen,
um Würmer zur Bewegung anzuregen.
– tordilo –
– Ich klopfe an die Tür des Steins.
«Ich bin's, mach auf.» (W. Szymborska)
Die Haltbarkeit klebt außen an den Dingen
als Zweck und Wert am Weltenmobiliar,
will auch der Sinnsuchgeist ins Tiefe dringen,
das Schöne zeigt sich oberflächlich wahr.
Und bohrt sich einer durch die Daseinsrinde
und hofft im Untergrund auf reichen Lohn
(die Kindernarretei vom Such-und-finde):
Er stößt auf Dreck und ein Das-gibt-es-schon.
Wir Außenseiter ohne Innenleben!
Wir steh‘n mit mehr als einem Bein im Sein,
zwar möchten wir zum Kern der Dinge streben,
doch graben uns nur in uns selber ein.
– sufnus –