Januar 23, 2025
Januar 21, 2025
Credo
– Dirk Tilsner –
Januar 20, 2025
Schlafhygiene
– Ich stelle nackt mich in den Schlaf,
ein Regenduschenglück!
Was tags mich auch im Herzen traf,
schäumt in die Zeit zurück.
Erlösung durch das Ablaufsieb
zur Duschdasträumerei,
die Nacht als kluger Tagedieb
seift uns vom Dasein frei.
Ich brause Pflicht und Muße fort,
kanalwärts gluckst die Welt:
Am wohlverfliesten Fugenort
auf mich allein gestellt.
– sufnus –
Januar 19, 2025
Fabelhaft geschlafen
– Beim Genuss des Biergebräus
konnte er sich nicht enthalten
und so träumte Vater Zeus
bald von seltsamsten Gestalten.
Vom Zyklopen, der sich preist:
»Räumlich sehe ich recht wenig,
aber, wie es so schön heißt,
unter Blinden bin ich König!«
Auch vom Vogel, der verbrennt
und wie Phoenix aus der Asche
neu ersteigt, was Jesus kennt:
Wiederauferstehungsmasche.
Und von Pegasos, dem Ross,
das geflügelt wie die Worte
mancher Dichter gleich im Tross
aufwärts strebt zur Himmelspforte.
Vater Zeus schlief tief, obgleich
Ungeheuer Feuer sprühten
und aus seinem Schlummerreich
ihn zu wecken sich bemythen.
– Stefan Pölt –
Januar 17, 2025
Unterm Strich
(Fatras)
– FrankReich –
Au, wei!
Sprach der Papa Gei
– Kind, was hast du nur für Nöte,
du monierst gern mein Geschrei,
willst, dass ich voll Zauber flöte?
Dabei bin ich, Papagei,
nicht die Nachtigall am Weiher!
Muss ich mich denn dafür schäm,
dass ich gern mit Mama geier –
haben alle Nachwuchs-Eier
mit den Eltern ein Problem?
Papagena, Tochter, Täubchen,
gestern, auf der Palme, saß
neben dir ein Typ mit Häubchen,
der dir aus der Kralle fraß.
Schnabuliert habt ihr, mit Wonne
und ich hörte all den Stuss,
den er dir versprach. Oh, Sonne,
stehst du jetzt auf Kakadus?
Diesem Kerl fehlt manches Schräubchen,
dazu dieser Siegerton.
Mieser Überflieger, Täubchen –
Der wird nicht mein Schwiegersohn!
– niemand –
Januar 16, 2025
Halbwertszeit
– Im Urlaub fuhr Familie P.
nach Norden mit dem Pkw
und lebte dann in Dänemark
am See im Holzhaus recht autark.
Sie aßen täglich gut und frisch
aus eignem Fang gegrillten Fisch
und außer Störungen durch Mücken
schien die Erholung gut zu glücken.
Am Urlaubsende nach drei Wochen
sind sie zur Heimfahrt aufgebrochen
und endlich nach sehr vielen Staus
erreichen sie das eigne Haus.
Es schmerzt nach langer Fahrt der Nacken,
doch gilt es, Koffer auszupacken
und jede Menge Tragetaschen
verschmutzter Wäsche wegzuwaschen.
«Oh Gott!», ein spitzer Schrei der Mutter.
Die Blumen sind jetzt Trockenfutter,
dafür ist das Parkett gegossen –
ein Fenster war nicht gut verschlossen.
Beim Abarbeiten ihrer Post
bekommen sie fast Schüttelfrost.
Nur Rechnungen sind in den Briefen
und die Erhöhung von Tarifen.
Sie fühlen sich sofort gestresst,
ein Mäusenest besorgt den Rest.
Im Nacken immer noch ganz steif
sind sie schon wieder urlaubsreif.
– Stefan Pölt –