Februar 24, 2025
Februar 23, 2025
Frozean
– tief unter dem Eis der Gezeiten
mischt sich ein träges, schweres Meer
mit leisen winterblauen Klängen
vibriert ein unbestimmtes Sirren
aus kristallinem Schwingen
in feinstgefrorenen Gesängen
die Nacht vermischt ihr Dunkelblau
mit Tausendsterngebilden
die südwärts sich zum Sterben neigen
der Mond flaniert am Horizont
umhüllt vom Halofrostgewande
Und ich: Ich atme Schweigen
– Morphea –
Februar 22, 2025
Bankgeheimnis
– Wie sie dort saß mittags im Park
als sei ihr Körper nur Hülle
umgeben von einem Duft
der stark
roch nach Lavendel-Vanille
die Augen geschlossen
der Mund nur Strich
zuweilen ein Zucken der Lider
als suchte sie etwas
tief in sich
und fände es dennoch
nicht wieder
Am Abend begann ein
Frühlingswind
der Welt etwas Luft
zuzufächeln
da sah sie auf
wie ein träumendes Kind
und schenkte dem Wind
ihr Lächeln
– niemand –
Februar 21, 2025
Februar 20, 2025
Friesisch herb
Februar 18, 2025
Blümchengedicht
– Es schoss, in Dichters kleinem Garten,
zu früh ein Blümchen aus der Erde –
das konnt den Frühling kaum erwarten.
Entgegen jährlicher Beschwerde
stand es nun da, der Dichter staunte
und raunte, mit entzückter Miene:
Ich nenn dich, Blumenkind, Hermine!
Des morgen kam er stets und schwärmte
vom feinsten Wuchs und zartem Blatt.
Der Winzling, der sich kaum erwärmte
für solche Worte, war bald satt
vom dichterschen «Zum Himmel heben»
und sprach zu diesem: «Lass, anstatt
des Sülzens, mich in Frieden leben!
Geh aus der Sonne mir, du Schwärmer,
dann wird mir wärmer, und ich kann
mich frei entwickeln, ohne Lärmer.
Häng mir nicht an der Ferse, Mann,
und nenn mich weiter nicht Hermine –
ich bin ein echter Tulipan!»
– niemand –