Ungeschlagen
– Der Weg durch den Wald
ist voller Zauber
unberührt
steht der Tannenbaum
das grüne Gewand
ist einfach genadelt
die Stille adelt
ihn und
den Raum
– niemand –
und wenn es hart kam, auf Bonbons verzichten.
Am Strand im Urlaub sammelten wir Muscheln
und ihrer Schönheit wegen(!) Kieselsteine.
Im Schilfgras hörten wir die Nymphen tuscheln:
«Der See birgt alte Schätze und Gebeine.»
Im Kirschkern-Spucken warn wir echte Meister,
bei Sauriern, ha! In jedem Streit die Schlausten.
Wir glaubten an die Kraft der Poltergeister
und dass Zyklopen nur in Märchen hausten.
Der Kuchen Omas ließ uns dicker werden.
Den Becher Milch trank ich stets bis zur Neige.
Ich war Korsar, ein guter, mit Gewissen.
– Dirk Tilsner –
– Mein Mund schmeckt den Atem der Nacht, ihr Kadaver
zersetzt sich bereits, wird zu schwammigem Blau.
Das Funkeln der Sterne vergreist im Palaver
und fällt in den Rinnstein, zerschlissen und mau.
Ich mag kein verkrustendes Sehnen mehr, schleiche,
mein Herz in der Tasche, am Ufer entlang.
Die Wasser sind sprachlos, und Sturm trägt das bleiche
Gewölle der Zuversicht über den Hang.
Das Ding aber flattert, erbarmungslos brennend,
wie schwärendes Blut unter baumhohem Grind,
zerstörerisch krampft es mich niederzuzwingen.
Doch endlich ertrinkt es. Ein trotziges Kind,
das wütend zurückschlägt, sein Schicksal erkennend.
Vermag eine Nachtigall winters zu singen?
– Andrea M. Fruehauf –
Der Caspar und der Melchior
erreichten Bethlehem noch vor
dem Balthasar, der hatte Blasen
und konnte deshalb nicht so rasen.
Ein vierter wollt nicht huldigen
und ließ sich drum entschuldigen,
doch fehlte den drei Königen
der Wille zu beschönigen.
Sie beichteten im hellen Schein,
es fehle noch der Edelstein
von Phlegmar, denn so hieß der vierte
in Quellen nicht so oft zitierte.
– Stefan Pölt –