Ungeschlagen
– Der Weg durch den Wald
ist voller Zauber
unberührt
steht der Tannenbaum
das grüne Gewand
ist einfach genadelt
die Stille adelt
ihn und
den Raum
– niemand –
– Es balgen sich die Dichteliten
Im Forum um die Sternensaat
Doch das Erlagen von Meriten
Verhindert meist ein Wortsalat
Es gibt sie noch, die Edelgilde
Der talentierten Architekten
Der akkuraten Satzgebilde
Und auch des Witzes, des versteckten
Doch welch Poet kann von sich sagen
Ich bin im Lande wohl bekannt
Der Künstler wird an trüben Tagen
Nur Dichter Frühnebel genannt
– Volker Teodorczyk –
und wenn es hart kam, auf Bonbons verzichten.
Am Strand im Urlaub sammelten wir Muscheln
und ihrer Schönheit wegen(!) Kieselsteine.
Im Schilfgras hörten wir die Nymphen tuscheln:
«Der See birgt alte Schätze und Gebeine.»
Im Kirschkern-Spucken warn wir echte Meister,
bei Sauriern, ha! In jedem Streit die Schlausten.
Wir glaubten an die Kraft der Poltergeister
und dass Zyklopen nur in Märchen hausten.
Der Kuchen Omas ließ uns dicker werden.
Den Becher Milch trank ich stets bis zur Neige.
Ich war Korsar, ein guter, mit Gewissen.
– Dirk Tilsner –
– Mein Mund schmeckt den Atem der Nacht, ihr Kadaver
zersetzt sich bereits, wird zu schwammigem Blau.
Das Funkeln der Sterne vergreist im Palaver
und fällt in den Rinnstein, zerschlissen und mau.
Ich mag kein verkrustendes Sehnen mehr, schleiche,
mein Herz in der Tasche, am Ufer entlang.
Die Wasser sind sprachlos, und Sturm trägt das bleiche
Gewölle der Zuversicht über den Hang.
Das Ding aber flattert, erbarmungslos brennend,
wie schwärendes Blut unter baumhohem Grind,
zerstörerisch krampft es mich niederzuzwingen.
Doch endlich ertrinkt es. Ein trotziges Kind,
das wütend zurückschlägt, sein Schicksal erkennend.
Vermag eine Nachtigall winters zu singen?
– Andrea M. Fruehauf –
– Könige sind auf dem Wege
Mit Kamelen, zu dem Kind
Raus aus diesem Tiergehege
Wo sie sonst zu Hause sind
Schleppen Gold und edle Pflanzen
Denn Geschenke sind ja Pflicht
Ach, man könnt vor Freude tanzen!
Die Kamele jedoch nicht
Die Gesäße der drei Herren
Sind vom Reiten schmerzhaft wund
Dass sie singen und nicht plärren
Liegt wohl an der heilgen Stund‘
Endlich da, nach langer Reise
Und ein Stern hat sie gelenkt
Schlichter Stall in Altbauweise
Doch hier wird die Welt beschenkt!
Alle Gäste jubilieren
Denn die Menschenschuld erlischt
Schuhe aus und gratulieren
Josefs Frau hat durchgewischt
Und dann steh’n sie vor der Krippe
Von dem zarten Christuskind
Schafe, Esel, auch die Hippe
Ach, wie alle glücklich sind!
Ja, es wird die Welt erlösen
Sünden tilgen, als wär’s Pflicht
Auch von diesen denkbar Bösen
Ich bin ehrlich, ich würd’s nicht!
– Volker Teodorczyk –