März 22, 2026

 


regenspiel



 – du bist mir regen

regen war ich

dort ein name

doch ich höre dich


du bist mir regen

wolke war ich

dort ein name trüben

doch ich sehe dich


du bist mir regen

war ich

dort name bogen

doch ich scheine mich


an mir

prasselnd

pochend

fallend


bin ich dir regen

bist du

hier ein rauschen

mich noch hörend mich


bin ich dir regen

unverstellt

hier name siegen

mir nach


bin ich dir regen

log ich fort

dort dein name

bin ich dich


im nacken wirft sich

regen

du streckst mich

leicht nach hinten


im fallen

küsst du



 – ubertas –




👉  Interpretationsversuch zu diesem Gedicht:

«regenspiel» beschreibt eine intensive Beziehung zwischen zwei Personen, in der sich beide gegenseitig beeinflussen und verändern. Der immer wiederkehrende Begriff «Regen» dient als zentrales Symbol für Gefühle, Nähe und Vergänglichkeit.
Das lyrische Ich erlebt sich selbst nicht als fest, sondern als wandelbar (regen war ichwolke war ich). Diese Veränderungen zeigen, dass die eigene Identität stark von der Beziehung zur anderen Person abhängt. Gleichzeitig wird deutlich, dass Wahrnehmung eine wichtige Rolle spielt (ich höre dich, ich sehe dich): Beide versuchen, sich gegenseitig zu erfassen und zu verstehen. Die Sprache ist dabei fragmentarisch und teilweise unvollständig, was die Unsicherheit und emotionale Bewegung innerhalb der Beziehung widerspiegelt. Gegen Ende wird die Darstellung körperlicher und intensiver (prasselnd, pochend), bis sie in einer intimen Szene (im fallen / küsst du) ihren Höhepunkt findet.

Insgesamt zeigt das Gedicht eine Beziehung, die von Nähe, Wandel und einem teilweisen Verlust klarer Grenzen zwischen Ich und Du geprägt ist.