hörig
– Indem ich dich zerstöre
und mich zerstöre –
nur so kann ich sein.
Der Schmerz
nie allein –
unhaltbar.
Vergegangenes ist
Weg geworden.
Still und Stand
Friedenszeit
Menschenleer
– Rufus –
– Das hier hat nichts
mit Politik zu tun,
ich schwöre es!
Sondern mit
werberelevanten Zielgruppen,
die zu Marketingzwecken
militarisiert werden
&
Abrissbirnen,
die gern Innenarchitekt
spielen möchten.
Mit Monopolisten,
die mit dem Messer auf der Brust
Kundenbindung betreiben.
Mit Klassenkampf
als Kapitalanlage
&
sich selbst
konsumierenden
Konsumenten.
Das hier hat nichts
mit Politik zu tun,
ich schwöre es!
Sondern mit
sprechenden Aufziehpuppen,
die dem inneren Schweinehund
Pep Talk zuflüstern
&
Werbeflyern,
die nicht mehr nur in den Briefkasten,
sondern direkt in dein Herz gestopft werden.
Mit Problemen,
die nicht gelöst,
sondern genutzt
werden wollen
&
Prozessen,
die im Hintergrund
im Stechschritt marschieren.
Das hier hat
WIRKLICH nichts
mit Politik zu tun!
Sondern mit
Bürgerkriegsrhetorik
&
gewalttätigen Rachefantasien
als Teil des Parteiprogramms.
Mit Listen,
auf denen Namen stehen,
die abgehakt werden sollen
&
Rissen im Display,
durch die Leute
verschwinden.
Mit Entfremdung,
Zeitmaschinen,
Testosteron
&
Dingen,
die eben passiert sind
- oder auch nicht.
Mit Entmenschlichung,
Börsenständen,
dem analogen Holocaust
&
einer Welt,
die sich weitergedreht hat.
Das hier hat nichts,
aber auch rein gar nichts,
mit Politik zu tun,
ich schwöre es!
Sondern mit
zu. wenig. Liebe.
&
Lügen,
wo man sie
am wenigsten
erwartet hätte.
– klaatu –
– wie es krawummte
fürchterschön
und wie aus zisch
krawumm
ein licht entstand
und dieses licht
mit noch mehr zisch
krawumm
in tausend lichter
lichtete
so bunt so
glitzeritz
so tausendschön
und dann das dunkel
zwischen
all dem licht
wie es so dunkelte
so tief so dunkel
dunkel tief
und dann
wie aus dem nichts
krawumm und zisch
lachen
staunen
in gesichtern
die kein alter kennen
und augen
augen
voller sterne
– Otto lenk –
– winzige tode liebkosen den himmel
sie singen in silbernen zungen
stoßen in wolkiges menschengewimmel
und ist ihr lied schließlich verklungen
greift ein gesäusel nach dampfenden herzen
bevor sie zu traumstaub gerinnen
führt ihren glauben weit hinter die schmerzen
und faltet das diesseits nach innen
unbeirrt predigen untote wächter
seid folgsam und betet sie nieder
doch nur das echo der lachenden schlächter
hallt von ihren hoffnungen wider
endlich betritt eine stille den tatort
und nimmt sich der heiligen schein
brennt dann ein einsames amen als schlusswort
in jedes erlöste gebein
– Marcus Sommerstange –
👉 Interpretationsversuch:
Die «Befreiung» im Titel ist bewusst ambivalent. Es geht nicht um eine eindeutig positive Erlösung, sondern eher um ein Entkommen aus Schmerz, Illusionen und vielleicht auch religiöser Bevormundung – allerdings um den Preis des Todes oder der völligen Auflösung.
Das Gedicht beschreibt eine Welt voller Leid und trügerischer Heilsversprechen. Die eigentliche Befreiung liegt nicht im Glauben oder in äußeren Autoritäten, sondern in einer stillen, endgültigen Auflösung – die gleichzeitig Frieden und Leere bedeutet.