Vögel in der Vorstadt
auf dem Bürgersteig gegenüber
hüpfen in wachsender Ungeduld
die misstrauisch äugenden
Vertreter der Rabenpolizei
– Christian Fechtner –
– Er liegt auf einem Fenstersims
Wie Cäsar einst auf weichen Kissen
Und auch sein Blick erinnert vage
Sorgt für die nötige Distanz
Doch plötzlich wird sie überbrückt
Und mit geschmeidig glatten Gesten
Gut einstudiert und Nähe suchend
Schon fest ein Streichelmaß verbuchend
Es ist der Hausfrau Domizil
Befüllt sein Schälchen, kurz liebkosen
Das Fragen wird nun eingestellt
Warum er sich ein Frauchen hält
– Volker Teodorczyk –
Ein großer Anteil Mist ist wohl dabei,
Wie du im Lauf der Jahre registrierst.
Dein Hab und Gut enthält halt allerlei
Objekte, die du ständig ignorierst.
Sie lagern teils im Schrank und teils in Kisten.
Sporadisch räumst du auf, um das, was stört,
Fein säuberlich und gründlich auszumisten.
An andren Tagen suchst du ganz beflissen
– Didi.Costaire –
– gestern zeigte mein Zimmer
sein friedliches Gesicht
geborgen im weich machenden Licht
eines Regentages
ihre Nase in die dunkelsten Ecken
und grüßte mit «abgewohnt»
dem Teppich sträubte sich sogleich die Wolle
mein Zimmer und ich
– niemand –
– Was wird von mir und dieser Sehnsucht bleiben,
Mit Eifer hab ich um das Wort gerungen,
Von Metrik und Kadenzen oft geplagt;
Hab Regen, Tod und Teufel gern besungen;
All das, was mir mein armes Herz gesagt.
Zum Dichten ist der Mensch nun mal geboren.
Er schreibt, er leidet, lacht und weint und trinkt.
Und küsst ihm Καλλιόπη auf die Ohren,
Verrät sie nicht, ob Hohn, ob Ehre winkt.
Drum lach ich nur und lass euch Spötter schwafeln –
Im Himmel werde ich mit Goethe tafeln.
– Andrea M. Fruehauf –