ergebung
ein himmel sieht
so weit in dich
so unbesprochen
wirst du dich
aus seinen bändern wählen
zu einem
der sich binden lässt
auf licht geküsster hand
– ubertas –
– Im Auge der Suche
Auge der Zuflucht
Auge der Angst
Auge der Augen
Nichts anderes am roten Strand
Strand im Herzen
Strand im Denken
Strand aus Sand
Weil niemand da war
Weil der leere Altbau
Weil die knarrenden Dielen
Weil die Ritzen voller Staub
Keine Blicke am Horizont
Kein Leid würde uns heimsuchen
Kein Wort uns verletzen
Keine Einsamkeit überlisten
Diese Jahre sind gestorben
Im Goldbad der Reichen
Grauen Ghettos der Stadttauben
Diese Jahre sind gestorben
Weil niemand da war
– Max Neumann –
– der Morgen tastet sich
über den Fluss
ein dünner Nebel
lernt das Licht
ein Vogel löst sich
aus dem Schweigen
sein Flügelschlag
schreibt Kreise
in die Luft
das neue Blatt erblickt
den ersten Tag
es weiß nichts
vom Ziel
nur vom Jetzt
das Wasser vergisst
seinen Namen
es trägt den Himmel
im Vorübergehen davon
in jeder Bewegung
finde ich etwas von dir
– Önder Özkan –
Viel zu früh und viel zu klein,
drängt die grüne Spitze
– fast zu nah am Mauerstein –
aus des Bodens Ritze.
Zeigt sich täglich etwas mehr,
harrt nicht Blauer Bänder
eines Frühlings. Stellt sich quer –
pfeift auf den Kalender.
Gestern noch ein kleiner Dorn,
in des Beetes Narbe,
steht er heut viel offner. Vorn
ahnt der Blick schon Farbe.
Voll ins Freie drängt‘s den Wicht
– nichts hält ihn am Zügel –
zittert zwar im Winterlicht
noch, wie Elfenflügel,
doch ihm raubt den Lebensmut
weder Wetters Laune,
noch Kalenders Zahlen-Wut.
Komme, Mensch und staune.
– niemand –
Ich guck nur, weil du guckst.
Ich schlafe eigentlich.
Wie Möpp, der Kater, kann ich locker spucken
Auf Stunden und Sekunden,
Uns ist die Zeit egal.
Dem Tag folgt allemal die Nacht, na und?
Kein Grund,
Den Lauf der Welt in Happen kleinzudenken.
Wir haben Zeit zu verschenken!
Scheint noch die Sonne draußen? Oder schneits?
Hat unser Mensch bereits
Sein Tannenbäumchen bunt gemacht?
Aufs Jahr gelacht, das grade war?
Mit rosarot umgaukelten
Von Zuversicht umschaukelten
Gedankenpurzelbäumeklettertouren?
Guckt unser Mensch schon wieder auf die Uhren,
Die für ihn ticken, die ihn weiterschicken
Die Jahre lang? Was so kein Hund versteht,
Weil Hund nicht nach Kalenderblättern geht,
Hundsein geht anders. Katersein geht auch
Ganz anders.
Nee, Kalender,
Nee, sowas müssen wir nicht haben,
Der Möpp und ich,
Wir können schlafend lange Wege traben
Und Zeit verbuttern
Beim Träumefuttern …
– Peter Welk –