Januar 28, 2026



Weil niemand da war



 – Im Auge der Suche

Auge der Zuflucht

Auge der Angst

Auge der Augen


Nichts anderes am roten Strand

Strand im Herzen

Strand im Denken

Strand aus Sand


Weil niemand da war

Weil der leere Altbau

Weil die knarrenden Dielen

Weil die Ritzen voller Staub


Keine Blicke am Horizont

Kein Leid würde uns heimsuchen

Kein Wort uns verletzen

Keine Einsamkeit überlisten


Diese Jahre sind gestorben

Im Goldbad der Reichen

Grauen Ghettos der Stadttauben

Diese Jahre sind gestorben


Weil niemand da war



– Max Neumann –



Januar 27, 2026



etwas von dir



 – der Morgen tastet sich

über den Fluss

ein dünner Nebel

lernt das Licht


ein Vogel löst sich

aus dem Schweigen

sein Flügelschlag

schreibt Kreise

in die Luft


das neue Blatt erblickt

den ersten Tag

es weiß nichts

vom Ziel

nur vom Jetzt


das Wasser vergisst

seinen Namen

es trägt den Himmel

im Vorübergehen davon


in jeder Bewegung

finde ich etwas von dir



– Önder Özkan –



Januar 26, 2026



Erster Krokus

schon im Fokus


(Bild Wikipedia)



Viel zu früh und viel zu klein,

drängt die grüne Spitze

– fast zu nah am Mauerstein –

aus des Bodens Ritze.


Zeigt sich täglich etwas mehr,

harrt nicht Blauer Bänder

eines Frühlings. Stellt sich quer –

pfeift auf den Kalender.


Gestern noch ein kleiner Dorn,

in des Beetes Narbe,

steht er heut viel offner. Vorn

ahnt der Blick schon Farbe.


Voll ins Freie drängt‘s den Wicht

– nichts hält ihn am Zügel –

zittert zwar im Winterlicht

noch, wie Elfenflügel,


doch ihm raubt den Lebensmut

weder Wetters Laune,

noch Kalenders Zahlen-Wut.

Komme, Mensch und staune.



– niemand –



Januar 25, 2026



Aus dem Nebelnichts 


( Tanka )



 – aus dem nebelnichts

schwebt eine geisterbarke

still über den see


keiner der steuert – und doch

hält sie genau auf mich zu



 – Hans Herrmann –



Januar 24, 2026



Zeit zu verschenken!





Ich guck nur, weil du guckst.

Ich schlafe eigentlich.

Wie Möpp, der Kater, kann ich locker spucken

Auf Stunden und Sekunden,

Uns ist die Zeit egal.

Dem Tag folgt allemal die Nacht, na und?

Kein Grund,

Den Lauf der Welt in Happen kleinzudenken.

Wir haben Zeit zu verschenken!

Scheint noch die Sonne draußen? Oder schneits?

Hat unser Mensch bereits

Sein Tannenbäumchen bunt gemacht?

Aufs Jahr gelacht, das grade war?

 Mit rosarot umgaukelten

Von Zuversicht umschaukelten

Gedankenpurzelbäumeklettertouren?

Guckt unser Mensch schon wieder auf die Uhren,

Die für ihn ticken, die ihn weiterschicken

Die Jahre lang? Was so kein Hund versteht,

Weil Hund nicht nach Kalenderblättern geht,

Hundsein geht anders. Katersein geht auch

Ganz anders.

Nee, Kalender,

Nee, sowas müssen wir nicht haben,

Der Möpp und ich,

Wir können schlafend lange Wege traben

Und Zeit verbuttern

Beim Träumefuttern …  



– Peter Welk –



Januar 23, 2026



Ausklang



 – Das Klappern des Rollkoffers

auf dem Kopfsteinpflaster klingt

angemessen unangenehm vor

dem Bahnhofsparkplatz der um

die Zeit leer ist und er froh

nicht aussteigen zu müssen

als sie ihn hinter sich herzieht

bei so einem Wetter



 – Shallow – 



Januar 22, 2026



Mikropenisse 
mit Megalosaurus-Mindset



 – Marktbeherrschender Maßstab:


Mächtige Mikropenisse

mit Megalosaurus-Mindset.


Monumentaler

Männerabend-Marathon,

Mad-Max-Modus.


Mitglieder:


- muschigrabschende Minderwertigkeitskomplexe

- misogyne Muttersöhnchen

- mittelmäßige Minions mit Ministeramt.


Muskulöse

Märchenprinzen

manipulieren

masochistische Mädchen.


Mit moderater Mordrate.


Meisterhafte Masturbartoren

malträtieren

Muränen-Melkmaschinen.


Moderne Mammutjäger

markieren momentanen Mainstream

mittels mittelalterlicher

Macho-Mechanismen.


Möchtegern-maskuline

Mogelpackungen

machen Machtspielchen.


Manche mögen's ...


Mama mia!!



– klaatu –