Januar 18, 2026


 

Vom Finden und Verlieren



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Ich fand Kompromisse

schwer verletzt im Straßengraben liegen,


aber keine Zeit,

Erste Hilfe zu leisten.


Den Verstand

hatte ich da schon

längst verloren


- in irgendeinem Krieg

oder beim Pokern.


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Ich fand nur Haare

und suchte die Suppe

vergebens,


während blinde Hühner

ganze Kornfelder leerfraßen.


Konstant

verlor ich meine Würde,


so wie andere Leute

ihre Hautschuppen verlieren.


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Ich verlor sogar

das innere Gleichgewicht

und fand mich selbst


auf dem Boden der Tatsachen wieder.


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Dann fand ich Gott


beim Aufräumen

unter der Couch


und verlor

auch noch


den Glauben

an mich selbst.


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    – klaatu –


Januar 17, 2026



blondes Haar



 – blondes Haar
blonder
flauschiger Jackenkragen:
die junge Frau
schwach leuchtend
im Januarmorgen
der noch nicht weiß
wohin mit dem Grau



– Christian Fechtner –



Januar 16, 2026



Auferstehen



 – Wenn sich die Welt

aus Winters Hülle schält

nicht mehr gezwungen wird

sich so gestählt zu geben


Wenn wieder Leben

in die Bäume fährt

und keine Schneewolken

am Himmel kleben


Der Kranich wiederkehrt

um zu stolzieren

an Gräben

deren Wasser

nicht mehr frieren


Der Sonne Lächeln sich

ins Blau ergießt

der Krokus aus dem Rau

des Bodens sprießt


Was welk war

neu sich in Potenz erhebt

dann weiß der Mensch

der Lenz ist da -


und lebt



– niemand –



Januar 15, 2026

 


Anders 



– Es hilft kein Leugnen und kein Lügen. 

Ich muss mich der Bestimmung fügen. 

Ja, ich mag Blut und selten Bier. 

Ich bin ein einsamer Vampir. 


Bei Kurzen sag ich selten nein. 

Einsfünfzig sollten sie schon sein. 

Erobere auch Bluter gerne.
Nach Longdrinks seh ich Mond und Sterne. 


Und auch mein Sohn ist gut geraten. 

Er übt schon mal an Fleischtomaten. 

Und wirft sich dann in Beißerpose 

Beim Lochen der Kondensmilchdose. 



– Volker Teodorczyk –



Januar 14, 2026



Allgemeine 

Auflösungserscheinungen



 – An der Endstation

warten schon letzte,

fast zersetzte Reste Realität.


Kafkaeske Krümel,

die wieder und wieder

neu zusammengesetzt werden.


Die Wahrnehmung

ist weitgehend verwirkt,

während die Wirklichkeit

zunehmend verwahrlost.


Das Karussell der Wahrheiten

dreht immer weiter

seine Runden


&


nur ein völlig Blinder

kann noch ernsthaft glauben,

den Durchblick zu haben.


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Alles nur noch

unbezahlte Lobbyarbeit.


Nichts ist wie es scheint.


Jede neue Zeile

nur eine neue Stufe

der Eskalation.


Draußen hagelt es Meteorologen


&


über den Kriegsgebieten

werfen sie Friedensforscher ab.


Die angeblichen Worte

deiner vorgeschobenen Feinde,

sind bloß deine scheinbaren Freunde


mit verstellten Stimmen.


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Personifizierte Altherrenwitze

wollen weiter die Welt beherrschen!


Doch leider endet

jeder Flirt mit Autokratie


in Vergewaltigung.


Und überhaupt …


hätte Jesus eine Peitsche genommen


&


euch in die Fresse gehauen!


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Fässer laufen nicht mehr über,

sie schwimmen ziellos davon.


Fundamente erzittern

wie Arschbacken beim Twerken


&


Grundpfeiler verbiegen sich dermaßen,

dass sie selbst das Niveau im Limbo schlagen.


Das ist

Kontinentaldrift

im Zeitraffer.


Alle Leitsterne

schicken dir gleichzeitig

die Abschlussrechnung.


Der Boden unter dir

geht plötzlich

einfach über dich hinweg


- und geradewegs an die Börse.


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Alle Akten sind geschlossen.


Finale Schuldzuweisungen wurden

wie Werbeflyer verteilt


&


himmlischer Frieden

mit brutaler Gewalt durchgesetzt.


Vom Vorstand

gesalbt und abgesegnet.


Welches Land

als nächstes bombardiert wird,

erfahrt ihr nach

einer kurzen Mitteilung

unseres Sponsors.


Das Ende der Welt

- jetzt in jedem 7. Ei.


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All die Worte über mir

können doch

nichts Gutes bedeuten!


ich distanziere mich

- vorsichtshalber -

von uns allen


&


verlasse das Gedicht.


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– klaatu –