Verdunkelung
In den Schlaf stolpern.
Verdammt schlecht ausgeleuchtet
der Notausgang in die Nacht.
Ein paar letzte Sorgen
lassen dich auf sich beruhen
und von hier an ist dann wohl
Austräumen angesagt.
– sufnus –
– Hach! Wie lebt es sich im Grünen,
fern von Unrat, Stadt und Müll,
hier ein Wäldchen, dort paar Dünen
und das vage Mehr-Gefühl.
Hier kann keinem was passieren -
hier in solchem Dorf-Idyll,
kann man theoretisieren.
Käm die Praxis auch ins Spiel
wüchs ein Mehr, auf alle Fälle,
schnell zur Welle oder Flut,
merkte man, das Ideelle
ist nur theoretisch gut.
Darum hält man von der Pelle
sich ein Mehr doch lieber und
gibt sich alles Ideelle
per Gedanken nur und Mund.
– niemand –
– sah ich den Tag, wie er im Nebel stand,
sein letztes Gold verschwamm im Mühlengraben.
Die Ähre trug den Schlaf schon in der Hand,
und schien den Sommer still davonzutragen.
Ein Reiher zog, so weiß, als wüsste er
vom Gleichgewicht der Flügel und der Zeit.
Er trug im Schnabel Heimat und das Meer
und ließ mich dort in seiner Wirklichkeit.
Sah Felder, die im Dämmerlicht verglommen,
der Abend hielt den Tag noch in der Hand.
Ein Stück vom Licht war in die Flur gekommen,
und hing wie Rauch in unbewohntem Land.
Hier lag der Tau, hier sangen einst die Halme,
hier trug der Wind mein Herz in jedes Blatt.
Nun gehn die Jahre über diese Psalme,
die ich aus Erde lernte
heimatblass.
Dann kam der Pflug, zog Narben in die Tage,
die Ackerhaut war wund und übersehnt.
Das alte Haus, der Himmel leise Klage
um das, was grünt. Geblieben -
ist vergangen.
Die Nacht erschien mir wie ein Engel, wollte
sie einmal suchen noch mit einem Kuss,
doch weil sie fern blieb, kühl in ihrem Golde
erahnte ich, dass ich
bald gehen muss.
– seefeldmaren –
– Ich hab mich Dir ans Herz gelegt –
erregt und leicht verlegen,
dann hat die Welt sich fortbewegt,
sie ging mit unsrem Segen.
Die Nacht hielt uns die Türe auf,
wir blieben zögernd stehen.
Man konnte lang im Glücksverlauf
den Zeitpfeil stecken sehen.
Ich hab mich Dir ans Herz gelegt –
beschädigt hinbeschieden
und eigenmächtig eingehegt,
so gings mit uns hienieden.
Ans Herz gelegt – so steht es hier,
doch das ist nie passiert:
Hab nur zum Spiel (avec plaisir)
ein Du und Ich fingiert.
– sufnus –
– Stefan Pölt –
– Entfalte
die Singularität
zum Chaos,
zur Zeit.
Körper wird Substanz.
Vater ist Sohn, ist Geist.
Schwarz zeigt Weiß –
über alles.
Keine Erhebung versperrt den Blick,
kein Graben mehr verbirgt.
So nehme Abschied,
vergesse den Untergang, der im Anfang lag.
Nun ins Offene, in Ewigkeit –
wie einst die Brunnen gingen.
– Rufus –
– Zwei, die noch im Rennen sind
Von der Schar der Masochisten
Zwei, von Tränenströmen blind
Gut betreut von Spezialisten
Das Finale zeigt brutal
Wer wird von den Feuerspeiern
Trotz des Brennens und der Qual
Letztlich seinen Sieg befeiern?
Für die letzte Hürde wird
Nochmals Würze nachgeladen
Und der erste Kämpfer spürt
Hinten einen Dichtungsschaden
Auch der zweite Held bemerkt
Nach den ersten kleinen Happen
Atemnot, die sich verstärkt
Fehlfunktion der Vorhofklappen
Hitzestau im Endkanal
Rote Flämmchen schlagen helle
Und in großer lauter Zahl
Über die Entsorgungsschwelle
Und das Ende nimmt Gestalt
Leiber, die sich schmerzvoll winden
Trotzdem wird der Sieger bald
Den Verdauungsrhythmus finden
– Volker Teodorczyk –