Oktober 07, 2025



paradies



heilen will ich dich

von dem unsterblichen leiden

das du Sein nennst


schützen werde ich dich

vor den augen irgendeines gottes

wenn er das netz auswirft

verlässt du deinen schwarm

und gleitest in mein revier


blind und solitär

schmecke ich den öligen glanz

der uralten lüge

in deiner spur

so finde ich dich


empfangen will ich dich

in meinem leib

und kosten von

der selbstgerechten arroganz

die dich auserwählt hat

zu hoffen, zu vertrauen, zu glauben


ich trinke die abgründe

deiner ängste

verdaue dein flehen

um erlösung

und du erfährst die gnade

des vergessens


endet es so?


wo die endlichkeit nichts weiter ist

als ein gerücht

verliere ich dich schließlich

rein und nackt

und wieder, immer wieder

an den schwarm


doch irgendwann

in dieser ewigkeit

vielleicht erst in der nächsten

erkennst du

mich 



 – Marcus Sommerstange – 





website von Marcus Sommerstange:

https://vertextlicht.wordpresss.com



Oktober 06, 2025



Anita



Wir kennen uns schon lange Zeit

vom Spielen seit der Kita,

ich hätte dich oft gern gefreit,

nur heißt du nicht Anita.


Ich habe dich stets gern gemocht

und das auch expliziter,

doch glimmt bei mir der Liebe Docht

nach Flammen für Anita.


Der Name ist bei mir Programm

als Herzenswunschgebieter,

dafür steh ich auch nächtens stramm,

das geht nur mit Anita.


Einst luden mich zwei Mädel ein,

Marita und Roswita,

ich ließ die Party dennoch sein,

mir fehlte da Anita.


Trink ich den Wodka ganz allein,

so werden's meistens Liter,

dann seh ich dich im Sonnenschein!

Doch leider heißt du Dieter.



James Blond





Verschwiegen



 – Wie mit feinem Stift gezogen,

windet sich durch Wald und Flur

in geheimnisvollem Bogen

eine silberhelle Spur.


Schwerer Duft der feuchten Krume

lockt die Zeichner bald hervor.

Gleich der Frühlingsschlüsselblume

schwelgen sie im Petrichor.


Folgt man in den Brombeerhecken

jenem Labyrinth aus Schleim,

wird man sie vielleicht entdecken:

Stolz gekrönt vom Eigenheim,


tummeln sich fragile Wesen,

gleiten über Gras und Lehm.

Leider steht nicht viel zu lesen,

selbst im Grzimek oder Brehm,


was der Schnirkelschnecken-Sphäre

(sei es Prosa, sei's Gedicht)

exklusiv gewidmet wäre.


Herrscht hier etwa Schweigepflicht?



 – Cornelius –





weil in der nähe



– und direkt am fuß

in der ferne ein ferienhotel

geflutet wird müssen wir einen umweg


über den friedhof machen ich komme ich komme noch

an einem gewaltigen stück plattentektonik vorbei das momentan

wahnsinnig viel wassermassen abtransportiert


die grundmauern weichen die türen schieben uns weg und wir bekommen

eine hütte mit holzbalkon für den dritten vierten stock im herbst

im herbst sollen wir eingezogen sein und jetzt


reißt es uns in der gestalt einer flutwelle

in die felle fremder gewalt hinaus

krieg - alles muss raus?



– Rachel –



Oktober 05, 2025




Mäusefrau kann nicht einschlafen
und zieht Mäusemann am Ohr



(Kindergedicht)


– hören >>



 – Was knistert da? – Wo? – Da, im Kellereck! –

Ich hör nix. – Deine Ohren sind verstopft,

es hat geknistert! Oder hats geklopft? –

Da war nix! – Doch! Jetzt ist es aber weg! –

Ja, und? – Ja, und, wenns plötzlich wieder losgeht!? –

Das Knistern? – Oder‘s fängt zu donnern an! –

Ich kenne keine Maus, die donnern kann. –

Und wenn ein Löwe kommt und donnernd vor dir steht? –

Woher soll der denn kommen? – Na, durchs Kellerfenster,

aus seiner Wüste bis hierher! – Dann wird er müde sein,

der legt sich neben dich, zusammen schlaft ihr ein! –

Und du? – Ich schick euch knisterleise Traumgespenster



Peter Welk

Oktober 04, 2025



Baerbock, Trump und die UNO



Sieht man das Bild, fragt man sich, ob

Sie glücklich ist im neuen Job?

Hier muss sie dem wohl geisteskranken

Trump noch für seine Rede danken ...


Den hört man hier vom Leder zieh'n:

Erneuerbare Energien,

Die führten, meint der Trump(el) flott,

Geradewegs zum Staatsbankrott!


Die Grünen hält er für Gesindel.

Der Klimawandel? Großer Schwindel!

Trump lügt den Leuten ins Gesicht.

Das Schlimme: Keine/r widerspricht!


Man lässt ihn reden, Fakes verbreiten.

Da fragt man: Was sind das für Zeiten?

Was Trump verzapfte, das war schaurig!

Und Baerbocks Rolle, die stimmt traurig.



Fritz Pfeiffer