Schwarzfahren
– sufnus –
– sufnus –
– Am Marktplatz sprudelt kaum beachtet
bei Tag und Nacht ein kühler Born,
mit einer Fischskulptur befrachtet.
Ein Triton bläst ins Muschelhorn.
Das Fischmaul speit in hohem Bogen
den Schwall, den es wie selbstverliebt
an spielend ondulierte Wogen
im kahlen Steinrund übergibt.
Wer innehält, nur um zu lauschen,
was hundertstimmig gluckst und raunt,
und Hast mit Weile zu vertauschen,
bemerkt nach kurzer Frist erstaunt:
So manche Rede, groß geschwungen,
der man sein Ohr geduldig lieh,
hat nicht so inhaltsreich geklungen
wie diese Wasser-Symphonie ...
– Cornelius –
– Er weiß einen Scheiß vom Rücken
Nix vom Nacken
Vom Blut
Der Straße im Norden
Den Malern
Durchgeknallter Louis
Kopf voll mit Stimmen
Thaibox-Story
Halt die Zähne
Zugekifftes Kippendreckszimmer
Stinkend
Er weiß einen Scheiß von H-Town
Linden-Nord
Organisierte Kriminalität
Macheten, Playboys
Hate Clean Trains
Finger und Messer
Selbstmörder, Boxereien, Milieu
Tür, Ring, Psychose, Steine, Schläge
Gerade machen
Er weiß einen Scheiß von Dennis
Der ins Heim mit 7 kam
Niemals weinen
Sonst geschlossenes
Früh in die Gewalt rein
Auf Butterflymesser geboren
Nordstadt
Gelddruckernächte
Scheine wechseln
Päckchen Kippen
Kippenstangen Kioskbrüche
Er weiß einen Scheiß von Gino
Mutter auf Hero und tot
Vater im Bau: Mental im All
Beerdigung, Drogenszene
Gefühle unter Kapuze begraben
Brust raus
Er weiß nix
Nur ein bisschen
Nur die Spitze
Den Eisberg trägt
Ein anderer mit sich herum
Er weiß nix
Rein gar nix
Das ist sein Segen
– Max Neumann –
dieses vereisen der gedanken
die lippen schmal
ein vorhang der rasch fällt
wen brächte dieser
blick wohl nicht ins wanken
spricht er doch wortlos
aus wie sehr man ihr missfällt
verabsäumt - wieder! -
wünsche abzulesen
von dem gesicht das hart
und lieblos strafen kann
so schlägst du hilflos
bloß die augen nieder
spielst deinen part
erstarrt in ihrem bann
– Claudia Neubacher –
– Grad löst vom Baume sich
ein Blatt
zu matt sich daran
festzuhalten
und fällt noch nicht
weil es der Wind
mit Spaß am Spielen hält
Was kostet mich die Welt
scheint wohl sein Denken
drum: Atem los!
und gegenlenken
Zum Hausdach hin –
dort den Kamin umkreisen
Welch frohes Reisen
vor dem Fall
nochmal
und noch einmal
es tun
Danach
– entgegen aller Regeln –
kein plumper Sturz
nur sanftes Segeln
zu Baumes Wurzeln hin
und ruhn
– niemand –
– Stefan Pölt –