Ungeschlagen
– Der Weg durch den Wald
ist voller Zauber
unberührt
steht der Tannenbaum
das grüne Gewand
ist einfach genadelt
die Stille adelt
ihn und
den Raum
– niemand –
Kommt es aus der Nähmaschine,
was da klopft, so rhythmisch, schlicht,
oder fährt wer auf der Schiene:
Regelkunst im Reim-Gedicht?
Ratatata, ratatata, ratatata! Wie das kracht!
Karlchens super stolze Miene
spricht: Ich habe das vollbracht!
Mutti streicht dem Sohn die Wange,
mit den Worten: Bin so stolz!
Dabei denkt sie, reichlich bange,
das Gedicht gleicht trocknem Holz.
Millimeter fein gespalten,
für ein Zündeln im Kamin,
jedoch kaum noch auszuhalten -
da ist doch kein Leben drin!
Karlchen aber wirkt recht heiter
und leimt, bald dem Genius nah,
immerfort und immer weiter:
Ratatata, tata, ta!
– niemand –
– Es balgen sich die Dichteliten
Im Forum um die Sternensaat
Doch das Erlagen von Meriten
Verhindert meist ein Wortsalat
Es gibt sie noch, die Edelgilde
Der talentierten Architekten
Der akkuraten Satzgebilde
Und auch des Witzes, des versteckten
Doch welch Poet kann von sich sagen
Ich bin im Lande wohl bekannt
Der Künstler wird an trüben Tagen
Nur Dichter Frühnebel genannt
– Volker Teodorczyk –
und wenn es hart kam, auf Bonbons verzichten.
Am Strand im Urlaub sammelten wir Muscheln
und ihrer Schönheit wegen(!) Kieselsteine.
Im Schilfgras hörten wir die Nymphen tuscheln:
«Der See birgt alte Schätze und Gebeine.»
Im Kirschkern-Spucken warn wir echte Meister,
bei Sauriern, ha! In jedem Streit die Schlausten.
Wir glaubten an die Kraft der Poltergeister
und dass Zyklopen nur in Märchen hausten.
Der Kuchen Omas ließ uns dicker werden.
Den Becher Milch trank ich stets bis zur Neige.
Ich war Korsar, ein guter, mit Gewissen.
– Dirk Tilsner –
– Mein Mund schmeckt den Atem der Nacht, ihr Kadaver
zersetzt sich bereits, wird zu schwammigem Blau.
Das Funkeln der Sterne vergreist im Palaver
und fällt in den Rinnstein, zerschlissen und mau.
Ich mag kein verkrustendes Sehnen mehr, schleiche,
mein Herz in der Tasche, am Ufer entlang.
Die Wasser sind sprachlos, und Sturm trägt das bleiche
Gewölle der Zuversicht über den Hang.
Das Ding aber flattert, erbarmungslos brennend,
wie schwärendes Blut unter baumhohem Grind,
zerstörerisch krampft es mich niederzuzwingen.
Doch endlich ertrinkt es. Ein trotziges Kind,
das wütend zurückschlägt, sein Schicksal erkennend.
Vermag eine Nachtigall winters zu singen?
– Andrea M. Fruehauf –