regenspiel
– du bist mir regen
regen war ich
dort ein name
doch ich höre dich
du bist mir regen
wolke war ich
dort ein name trüben
doch ich sehe dich
du bist mir regen
war ich
dort name bogen
doch ich scheine mich
an mir
prasselnd
pochend
fallend
bin ich dir regen
bist du
hier ein rauschen
mich noch hörend mich
bin ich dir regen
unverstellt
hier name siegen
mir nach
bin ich dir regen
log ich fort
dort dein name
bin ich dich
im nacken wirft sich
regen
du streckst mich
leicht nach hinten
im fallen
küsst du
– ubertas –
👉 Interpretationsversuch zu diesem Gedicht:
«regenspiel» beschreibt eine intensive Beziehung zwischen zwei Personen, in der sich beide gegenseitig beeinflussen und verändern. Der immer wiederkehrende Begriff «Regen» dient als zentrales Symbol für Gefühle, Nähe und Vergänglichkeit.
Das lyrische Ich erlebt sich selbst nicht als fest, sondern als wandelbar (regen war ich, wolke war ich). Diese Veränderungen zeigen, dass die eigene Identität stark von der Beziehung zur anderen Person abhängt. Gleichzeitig wird deutlich, dass Wahrnehmung eine wichtige Rolle spielt (ich höre dich, ich sehe dich): Beide versuchen, sich gegenseitig zu erfassen und zu verstehen. Die Sprache ist dabei fragmentarisch und teilweise unvollständig, was die Unsicherheit und emotionale Bewegung innerhalb der Beziehung widerspiegelt. Gegen Ende wird die Darstellung körperlicher und intensiver (prasselnd, pochend), bis sie in einer intimen Szene (im fallen / küsst du) ihren Höhepunkt findet.
Insgesamt zeigt das Gedicht eine Beziehung, die von Nähe, Wandel und einem teilweisen Verlust klarer Grenzen zwischen Ich und Du geprägt ist.