gedankenfledermäuse
(für d.)
– dein flug wird schneller
in die nachthaut gespannt
will ich sie begreifen
die holzbank
bin ich
hingerückt
ein schlag
in mir
war nichts
blinzelschnell
– ubertas –
– Wohlige Wärme geteilter Welt
Im rötlichen Licht gedämpfte Stimmen
Gebettet in seichten Wogen
Ruhe zerbricht, langsam zuerst
Dann drängen die Wände zur Flucht
Die Welt zerfließt, löst sich auf
Durch Enge getrieben, geschubst
Wie von tausend Händen
Nach vorn, nicht zurück, ins Kalte hinein
Müde, ermattet im gleißenden Licht
Verschwommene Bilder und Lärm
Überwältigende Weite
Druck bricht brennend die Stille
Bahnt sich den Weg mit äußerster Wucht
Der erste Schrei des Lebens.
– Zettelin –
I.
Die erste Strophe
ist natürlich dir gewidmet,
weil du dich sowieso
immer angesprochen fühlst.
II.
Die zweite Strophe
ist ganz allein für dich,
damit du nicht
wieder jammern musst,
dass alle anderen
mehr bekommen als du.
III.
Diese Strophe hier
habe ich extra
FÜR DICH RESERVIERT.
Bei einer einmaligen Zahlung
von nur 299,99 €
erwähne ich DICH namentlich
und widme DIR
eine ganz persönliche Botschaft.
IV.
Die vierte Strophe
widme ich dir lieber freiwillig,
da sonst zu befürchten ist,
dass du sie dir
mit Gewalt nimmst.
V.
Weshalb ich dir
die fünfte Strophe
auch noch widme,
weil dir eine einzige
nicht reichen wird.
Ich kenne dich doch.
VI.
Die letzte Strophe
widme ich mir selbst
- habe ich auch mal verdient.
– klaatu –
( Fatras )
– Die Welt fand, dass ein Pärchen
die reinste Freude war.
Die Welt fand, dass ein Pärchen
zumindest für ein Jährchen
das Zeug besaß zum Paar,
doch im Verlauf vom Märchen
fraß ihm vom Kopf die Härchen
ein Hund und an der Bar
soff er nur Sekt sogar.
Statt Beifall sangen Lerchen
so stubenrein und klar,
dass es sie einzupferchen
die reinste Freude war.
– FrankReich –
– Wir fütterten es
mit kleinen Zugeständnissen.
Zuerst fraß es nur
ein Wort vom Tisch,
dann einen Namen
aus dem Telefonbuch.
Wir sagten:
Es wird schon satt werden.
Doch nachts wuchs es
durch die Wände,
legte sein Ohr
an jedes Schlafzimmer
und soff den Schlaf
aus unseren Mündern.
Am Morgen fehlte wieder jemand.
Wir rückten die Stühle zusammen,
damit die Lücke
kleiner aussah.
Als es schließlich
unsere Kinder beschnupperte,
schlossen wir die Tür
von außen.
– Chandrika Wolkenstein –