Februar 25, 2026


 

Vierminuseins



 – Langsam verblich

das Maß der Zeit.

Unbemerkt,

nur fast berührt.

Umhüllen uns


Sehnsuchtsräume.


Und so vergeht,

wie der Schmerz

mit der Wahrheit –

der Wunsch,

einer Sorge gleich:

Bedeutung.


Einst wird

gewesen sein


ein Tempel

aus Ruin

entborgen.



In der Tiefe der Notwendigkeit,


am Rand des Zentrums,

der verlorenen Berührung,

des Wartens, des Beinahen.

Des ewig Unentdeckten,


wandelt die Möglichkeit.



– Rufus –





Februar 24, 2026



Girlanden



 – So sind wir noch in Teilen

In Lichtern dieser Stadt

Wo einst wir noch verweilen

Hinaus

Trägt uns ein Wunder

Unbekannt und matt

Wie auf wie auf 

Wenn nichts mehr lüge

Als füge

Unser einer statt

So sind wir nicht mehr Teile


Nur lichternd in der Stadt



– ubertas –



Februar 23, 2026



Stadtmomente



 – Dächer tragen

die kühle Nacht

und in den Häusern

wächst langsam Wärme,

als würde irgendwo jemand

zum ersten Mal

an Hoffnung denken.


Auf den Straßen

nur einzelne Schritte,

jedes Leben ein leiser Strom,

der nicht weiß, wohin er fließt,

und trotzdem weitergeht.


Ein Fenster öffnet sich,

und mit ihm

ein leiser Klang von Geschirr,

ein Husten, dann ein Lachen.

Der Mann pustet

den blauen Dunst

zu den neugeborenen Sternen,

die wie ein Versprechen

in die Dunkelheit leuchten.

Die Frau küsst seine Schulter.

Ihre Hand ruht,

gleich einer Feder,

auf seinem Nacken.


Die Luft trägt den Geruch

von etwas Unausgesprochenem,

das in den Gassen bleibt,

als wüsste es,

dass jeder Tag neu beginnt

und doch niemals

ganz von vorn.



– Önder Özkan –



Februar 22, 2026



Leise



 – Eisgesträhnte Grabesruh

wabert auf dem Weiher,

beugt das Riet der Erde zu

und zerzaust den Reiher.

 

Doch ein Wunder, winzig klein,

singt mir traumesleise

tief im winterkahlen Hain

seine Frühlingweise.



 – Andrea M. Fruehauf –



Februar 21, 2026



Kunst für Quastenflosser


###


Mit kriegerischer Körperbemalung

unter Discounterklamotten,


taumele ich

durch

Bühnenbilder für Blinde;


ein Totem

aus dem 3D-Drucker

in jeder Hand.


###


Mit den Fingern

male ich Worte

auf die Wände

meiner Höhle,


während draußen Flugzeuge

durch den Himmel dröhnen.


Wie Polaroids

aus einer fernen Zukunft,

die längst hinter uns liegt.


Wie ein Stand

voller Handyhüllen

auf einem mittelalterlichen Wochenmarkt.


Wie Urzeitlaute im Live-Podcast.


Uga Uga, Motherfucker!


###


Das hier ist

meine eigene Affenhand,

wie ich sie in die Farbe

meiner Gedanken tauche


&


blind ins weltweite Bewusstsein strecke,

wo sie nach einer Wand tastet,

auf der sie einen Abdruck

hinterlassen kann.


###


Das hier ist

Kunst für Quastenflosser.


Eine gurrende Brieftaube

in einer Glasfaserleitung.


Magische Runen

auf Computerchips.


Das hier ist

das eigene Gesicht

in einen Stein geritzt,


um damit

sämtliche Displays

zu zerschlagen.


###



– klaatu –