Atem
(Tanka)
süßwassermuscheln
zersplittert im ufersand
des atmenden sees
die wellen heben sich und
senken sich leise leise
– Hans Hermann –
(Sonett)
– Mal wieder nur ein Tag vorbei getan
Was man von mir erwartet schleich ich um
Mich selbst wie eine Katze stumm herum
Im immergleichen eingespielten Tran
In mir schreit alles geh nun endlich fort
Von hier und flieg ins warme Sonnenlicht
Das Schmerz und Leid mit seiner Freude bricht
Doch bleibt es wieder mal beim leeren Wort
Da auf dem Tisch lockt Lachs auf Vollkornbrot
Gefühle kommen und vergehen schnell
Wer weiß ob Neues nicht ein neuer Tod
Nur ist und draußen wird es langsam hell
Die Müdigkeit setzt sich auf meinen Schoß
Und lässt mich Feigling niemals wieder los
– Aron Manfeld –
– Ein schlafend eingerollter Wurm
Erträumt sich einen Regensturm,
Der macht mit einem Klatsch
Die ganze Welt zu Matsch.
Darinnen wühlt der Wurm und fühlt
Sich einsam, weil nur er drin wühlt,
So hat er sich beeilt
Und siebenmal zerteilt.
Die sieben Würmer teilten auch
Sich wiederum von Kopf bis Bauch
Und ließen nur den Schwanz
Als Wurmgebilde ganz.
Ich weiß nicht, wieviel Würmer nun
Schon Würmerwühlarbeiten tun,
Sie wühlen ohne mich
Im Matsch und teilen sich.
Dann ist der Traum auf einmal aus,
Der Träumerwurm schiebt Augen raus,
Er sieht den Sonnenschein,
Und schleunigst schläft er ein.
Der schlafend eingerollte Wurm
Erträumt sich einen Regensturm,
Der macht mit einem Klatsch
Die ganze Welt zu Matsch.
Darinnen wühlt der Wurm und fühlt
Sich einsam, weil nur er drin wühlt … …
– Peter Welk –
– FrankReich –
– Ich fühlte mich total belastet
vom Luftdruck, etwa 20 Tonnen.
Ich habe deshalb streng gefastet
und mit den Messungen begonnen.
In Schritten sank die Oberfläche
der Haut erfreulich auf zwei Drittel,
der Druck verspürt schon eine Schwäche,
nur 13 Tonnen noch im Mittel.
Die Depression ist schlicht verschwunden,
und schaff ich weitre 13 Tonnen,
leb ich den Göttlichen verbunden
fernab der Luft in höchsten Wonnen …
– gummibaum –
– Wie zieht der Schwan
den Blick doch an –
in einer stillen Weise
dreht seine Kreise
auf dem Teich
wirkt weise
blütenweiß und weich
erstrahlt mir sein Gefieder
Welch Prinz aus fernem
Märchenreich
denk wieder ich –
und wieder
das gleiche Spiel
in gleicher Art
Am Ufer fühl ich mich genarrt
sein Watschelgang nicht grad famos
er zischt mich an
sein Hals zu groß
Kein Prinz
aus fernen Ländern –
wird Zeit
den Traum zu ändern
– niemand –
– die Wege die ich gehe
sind nicht mehr dieselben
und der Regen fällt
ich suche traurig
deine letzten Momente
am Lieblings-Schnüffelbaum
ich gehe nun weiter
ein seltsamer Wind
und Tränen wie Regen
man soll,
wenn man am Boden liegt
aufsteh’n und die Krone richten.
Ich kann das nicht mehr –
weil du meine Krone bist.
– Morphea –